Nicht gut gelaufen

Die knappen Kämpfe gehen an den Gegner: Alemannia Nackenheim verliert den Bundesligakampf beim TV Aachen-Walheim mit 8:20.
Herber Dämpfer für die Play-off-Pläne des SV Alemannia Nackenheim: Die Rheinhessen verloren ihre Bundesligabegegnung beim TV Aachen-Walheim deutlich mit 8:20. „Es ist alles nicht so gut gelaufen“, konstatierte Trainer Cengiz Cakici. „Wir wurden unter Wert geschlagen.“

Größtes Problem der Gäste war Tamas Levais Ausfall. Der Ungar musste an einem Nationalmannschaftslehrgang zur Vorbereitung auf die U-23-Weltmeisterschaften im Dezember teilnehmen. „Ohne Tamas hätte schon etwas Außergewöhnliches passieren müssen, damit wir nicht verlieren“, sagte Cakici. Doch selbst wenn Levai in Aachen angetreten und wie üblich mit vier Punkten von der Matte gegangen wäre, hätte es nicht zu einem Nackenheimer Sieg gereicht.

„Wir haben ein paar knappe Kämpfe abgegeben, die wir für uns einkalkuliert hatten“, räumte der Trainer ein. „Es ging schon nicht gut los.“ Er bezog sich dabei weniger auf die Niederlage von Burak Demir im Freistil-Fliegengewicht; der 16-Jährige kämpfte wieder einmal bravourös und gab nur zwei Punkte ab. Robin Ferdinands Niederlage im Greco-Schwergewicht jedoch passte nicht ins Konzept.

Ferdinand geschieht, was Cakici befürchtete

Cakici hatte seinen Schützling davor gewarnt, dass Kasim Aras, der auch schon für den ASV Mainz 88 aktiv war, versuchen würde, ihn im Bodenkampf anzuheben und zu werfen. Ferdinand musste als erster in die Unterlage, konnte aber nicht verhindern, dass die Prophezeiung eintrat. Hätte sich Ferdinand erfolgreich gewehrt, wäre er als Sieger von der Matte gegangen, weil er in der zweiten Runde ebenfalls einen Passivitätspunkt zugesprochen bekam, der dann beim 1:1 als letzte Wertung den Ausschlag gegeben hätte.

Ruslan Kudrynets lief gegen Robin Pelzer gleich zu Beginn in einen Kopfhüftzug und lag 0:4 zurück. Er verkürzte zwar auf 2:4, erhielt in der zweiten Runde aber noch eine Passivitätsverwarnung zum 2:5. Mehr als der Anschluss zum 4:5 gelang Kudrynets nicht. „Ruslan war klar der aktivere Mann, trotzdem wurde er verwarnt“, wunderte sich Cakici. „In Nackenheim hätte er wohl 5:4 gewonnen.“

Im Freistil-Halbschwergewicht reichte Ahmed Dudarov eine 4:1-Pausenführung nicht zum Sieg – neun Sekunden vor dem Schlussgong kassierte er die Wertung zur 4:5- Niederlage. Dudarovs Problem: Er steckt mitten in der WM-Vorbereitung. Und in Ungarn wird er im Mittelgewicht an den Start gehen, darauf ist sein Gewicht bereits ausgerichtet. Gegen den starken Zviad Metreveli machte sich der körperliche Unterschied am Ende des Kampfes bemerkbar. „Ruslan und Ahmed hatte ich als Siegringer eingeplant“, sagte Cengiz Cakici. „Und Robins Chancen standen 50:50.“In der Summer strichen die Gastgeber drei Punkte ein, die auch auf dem Konto der Alemannen hätten landen können.

Bekir Demir musste Risiko eingehen

Die Nackenheimer Asse stachen wieder einmal. Eldaniz Azizli gewann ebenso technisch überlegen wie Arkadiusz Kudrynets. „Arek hat sich in gewohnter Manier durchgesetzt: ohne Eile, ganz souverän“, berichtete Cakici. „Es ist eine Augenweide, dem Bub zuzuschauen.“

Von ihren Eigengewächsen durften die Gäste keine Punkte erwarten. Danilo Bauer und Bekir Demir verloren technisch überhöht. Demir lag nach der ersten Runde nur 0:2 zurück und wäre wohl über die Zeit gekommen, doch da die Aussichten der Mannschaft zu diesem Zeitpunkt schon auf ein Minimum gesunken waren, ermunterte Cakici den Ringer zu einer offensiveren Gangart, die dazu führte, dass er vier Punkte abgab.

Deren drei waren es bei Koray Cakici. „Da hat die Erfahrung gesiegt“, erläuterte der Vater nach der Niederlage gegen Yaschar Jamali. „Koray hat einen guten Kampf gemacht, aber es ist die erste Saison, in der er einmal verletzungsfrei durch dieVorbereitung gekommen ist.“ Koray brauche noch einige Kämpfe, um seine volleLeistung abrufen zu können und werde in dieser Saison noch häufiger Lehrgeld zahlen. „Er genießt noch Welpenschutz.“

Am Mittwoch kommen die Red Devils

Zum Abschluss unterlag Dario Schmidhuber im Greco-Weltergewicht Robert Fritsch ebenfalls 0:3. Dabei war der Alemanne mit einer schönen Schleuder 4:0 in Führung gegangen. „Leider war es nicht in der Mattenmitte, sonst wäre ein Schultersieg daraus geworden“, bedauerte sein Coach. „So aber sind beide Ringer zusammen im Aus gelandet.“

Schmidhuber, der direkt von einem beruflichen Termin aus Berlin kam, fehlte am Ende die Kraft, um den Vorsprung zu verteidigen und die Niederlage abzuwenden.„Der Kampf hätte noch mal kippen können“, sagte Cakici. „Aber Dario war platt.“

Mit 4:4 Punkten belegen die Nackenheimer jetzt fünften Platz in der Nordweststaffel. Nur die ersten beiden qualifizieren sich für die Play-offs, dazu die zwei punktbesten Dritten der drei Gruppen. Die nächste Niederlage droht am Mittwoch, wenn in den Red Devils Heilbronn einer der Gruppenfavoriten in Nackenheim antritt (Beginn: 15Uhr). Dann steht vermutlich Levai wieder zur Verfügung. „Wir werden alle Kräfte mobilisieren und die bestmögliche Mannschaft stellen“, kündigte Cakici an, „auch wenn Heilbronn klarer Favorit ist. Etwas anderes zu behaupten wäre Quatsch.“

2018-10-24T20:21:31+00:0024.10.2018 18:28|0 Kommentare