Home2019-01-10T17:38:46+00:00

Ein Punkt fehlt zum fünften Platz

Eigentlich ein gutes Ergebnis – doch richtig freuen können sich die Ringer des SV Alemannia Nackenheim über das 15:15 beim KSV Witten, dem Tabellendritten im Nordwesten, nicht.

15:4-Führung und in Tamas Levai noch einen Siegringer in petto – nach sechs Kämpfen deutete alles auf einen Sieg des SV Alemannia Nackenheim beim KSV Witten hin. Doch diesmal stach der Trumpf nicht. Levai verlor 0:2, und die Gäste mussten sich mit einem 15:15 zufriedengeben. An sich wäre das ein achtbares Ergebnis zum Abschluss der Bundesligasaison gewesen, aber Cengiz Cakici konnte sich über das Unentschieden nicht richtig freuen. „Wir sind angetreten, um zu gewinnen“, sagte der SVA-Trainer. „Es hat leider nicht gereicht.“

Drei Schlüsselkämpfe hatte Cakici ausgemacht: im Fliegen- und Weltergewicht des Greco sowie im 71-Kilo-Limit des Freistils. In der untersten Gewichtsklasse sicherte Burak Demir den Alemannen zwei Mannschaftspunkte. Nach 0:3- Rückstand gegen Arthur Eisenkrein übernahm der 16-Jährige mit einem Kopfhüftzug kurz vor der Pause die Führung und brachte den Sieg im zweiten Abschnitt mit einem Armzug souverän nach Hause.

Koray Cakici gab im 71-Kilo-Limit zwar keine technische Wertung ab, ließ sich aber einmal aus der Kampfzone schieben und konnte eine Aktivitätszeit nicht nutzen. Dazwischen hatte er mit einem Takedown eine Zweierwertung erzielt. Unter dem Strich stand aber eine 2:3-Niederlage, die den Gastgebern einen Punkt einbrachte. Im Greco-Weltergewicht rechnete Cengiz Cakici mit einem knappen Sieg Levais gerechnet, der im Hinrundenkampf Ilie Cojokari 2:1 geschlagen hatte. Doch diesmal drehte der WM-Dritte von 2016 den Spieß um: Levai erhielt in der ersten Runde eine Passivitätsverwarnung und konnte nicht verhindern, am Boden gedreht zu werden. In der zweiten Runde gab der Mattenleiter dem Alemannen erneut ein „P“. „Wenn Tamas 0:1 verliert, ist alles okay“, sagte Cakici. „Dann hätten wir gewonnen.“

Die übrigen Nackenheimer Leistungsträger erfüllten die Erwartungen. Robin Ferdinand gewann 2:0, Ahmed Dudarov 3:0 und Denis Kudla holte mit einem technisch überlegenen Sieg vier Mannschaftspunkte. Besser als erwartet schnitt Ruslan Kudrynets ab: Mit drei Punkten hatte sein Trainer gerechnet, doch Kudrynets legte Perica Dimitrjevic in der zweiten Runde auf die Schultern. Mit der überhöhten Niederlage von Lucas Günther hatten die Alemannen rechnen müssen, nicht eingeplant war hingegen Bekir Demirs Einsatz in der 80- Kilo-Klasse des Grecos; Dario Schmidhuber hatte am Morgen krankheitsbedingt abgesagt. Die Zeit für Demir war zu kurz, um noch unter die Gewichtsgrenze zu kommen. „Dario hätte vermutlich keine vier Punkte abgegeben“, sagte Cakici – das Pech, das die Alemannen in dieser Saison verfolgt, blieb ihnen auch im letzten Kampf treu. Und nicht nur in diesem Fall. Eigentlich war Roman Asharin für die 71-Kilo-Klasse vorgesehen. Doch der hatte wegen der Klub- Weltmeisterschaft im Iran abgesagt. Es hätten also viele Wege zu einem Nackenheimer Sieg geführt…

„Ein Punkt hat am Ende gefehlt“, trauerte Cakici der verpassten Chance hinterher. „Das ist ärgerlich, weil wir sonst Fünfter geworden wären.“ So aber beenden die Nackenheimer ihre zweite Bundesligasaison punktgleich mit dem TV Aachen-Walheim, der im direkten Vergleich die Nase vorne hat, auf dem sechsten Rang.

Die Gastgeber hingegen durften das Unentschieden wie einen Sieg feiern: Der eine Punkt brachte ihnen die Play-off-Teilnahme ein.

By |21.12.2018 13:22|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Landessportlerwahl 2018

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P. S. Wir freuen uns auch sehr über die Nominierung des Lotto-Kernhaus-Teams in der Kategorie „Mannschaft des Jahres“.

By |14.12.2018 18:02|Allgemein|0 Comments

Werbung für die nächste Saison

Im letzten Heimkampf der Bundesligasaison schlägt Alemannia Nackenheim den SC Kleinostheim mit 26:8. Die Schultersiege von Dario Schmidhuber und insbesondere von Tamas Levai sorgen für die Highlights eines begeisternden Kampfabends.

Mattensturm in der Ringerhalle: Als Schiedsrichter Juri Schmatow abklopfte, stürmten von zwei Seiten Trainer, Betreuer, Athleten und Fans des SV Alemannia Nackenheim auf Tamas Levai zu und verbargen den Ungarn unter einer Jubeltraube. Dem 19-Jährigen war gerade eine Sensation gelungen – er hatte Aleksandar Maksimovic, den EM-Zweiten und WM-Fünften von 2016, auf die Schultern gedrückt.

Der Sieg über den SC Kleinostheim im letzten Heimkampf der Bundesligasaison hatte schon vorher festgestanden. Dank Levais Coup aber wurde es der deutlichste Erfolg der Alemannia in der laufenden Runde, daran änderte auch die technisch überhöhte Niederlage von Danilo Bauer im abschließenden Kampf nichts mehr. Die Nackenheimer gewannen 26:8, hatten dabei acht von zehn Duellen für sich entschieden und verbesserten sich auf den fünften Tabellenplatz. „Wahnsinn“, sagte Cengiz Cakici. „Dass es so sensationell läuft, hätte ich auch nicht gedacht.“

 Staunender Trainer, begeisterte Fans

Mit einem Sieg hatte der Trainer schon angesichts der Pausenführung von 11:4 gerechnet. Doch was in den ersten vier Kämpfen des zweiten Abschnitts abging, versetzte nicht nur ihn in Staunen – die Nackenheimer Fans unter den rund 450 Zuschauern waren restlos begeistert. Der solide mit kleinen Wertungen herausgekämpfte 3:0-Sieg von Ahmed Dudarov im Freistil-Mittelgewicht über Marcus Plodek und der technisch überlegene Erfolg von Roman Asharin, der Can Özgün im 71-Kilo-Limit mit zahllosen Beinangriffen zermürbte, waren noch nicht die riesigen Überraschungen.

Von Dario Schmidhuber hingegen hatten sich die Alemannen bestenfalls einen knappen Sieg erhofft. Und zunächst sah es nach einer Niederlage aus. Schmidhuber hatte eine Passivitätsverwarnung kassiert, konnte nicht verhindern, dass Christopher Fersch ihn am Boden drehte und ging mit einem 0:3-Rückstand in die Pause.

Wie Rumpelstilzchen über die Matte

Viel besser sah es auch in der zweiten Runde nicht aus. Fersch bekam den Alemannen in einer Kopfklammer zu fassen und drängte ihn langsam zum Mattenrand. „Er läuft mit mir zur Zone, weil er weiß, dass ein Wurfversuch riskant ist“, erläuterte Schmidhuber später. „Ich wusste, was er vorhat und habe ihn abgefangen. Ich habe gespürt, dass da Luft ist.“ Fersch ließ sich nach hinten fallen und wollte den Nackenheimer über seinen Körper ziehen. Das Vorhaben schlug fehl. Der Kleinostheimer landete auf der Matte, doch Schmidhuber lag über ihm, befreite sich aus dem Griff und drückte ihn nach kurzer Gegenwehr auf den Rücken. Cakici hatte schon in den Startlöchern gestanden. Kaum hatte Schmatov abgeklopft, hüpfte der Trainer wie Rumpelstilzchen über die Kampffläche. „Sonst renne ich ja nicht so oft über die Matte“, sagte der Trainer. „Aber ich habe mich so gefreut, gerade für Dario.“

Lange hatte der Nackenheimer Neuzugang, der vor dieser Saison nie höher als in der Oberliga aktiv war, auf seinen ersten Erfolg in der Bundesliga warten müssen. Vor zwei Wochen gelang er ihm gegen den Aachener Rabbia Khalil, jetzt legte er den zweiten Sieg nach. „Ich musste mich erst zurechtfinden“, sagte Schmidhuber. „Aber Cengiz und die Mannschaft haben immer hinter mir gestanden. Zum Glück kann ich jetzt auch den ein oder anderen Erfolg feiern.“

Levai mit Urgwalt

Damit war die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber bereits gefallen, als Levai und Maksimovic zur Tat schritten. Zwei Weltklasseathleten, der erfahrene Kleinostheimer und der hoch talentierte Alemanne, der den Hinrundenkampf mit 0:1 verloren hatte, lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau. Schmatov erteilte Levai recht früh eine Passivitätsverwarnung. Der Ungar musste in die Bodenlage, Maksimovic setzte seinen Griff am Kopf an. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Levai nach der Begegnung. „Denn da ist es einfacher, sich zu befreien. Ich hatte nur einen Gedanken: Ich muss hochkommen.“ Er kam auf die Beine, doch sein Kopf steckte weiterhin in Maksimovic‘ muskulösen Armen. Zweimal setzte der Kleinostheimer zu einem Wurf über seinen Körper an, beim zweiten Anlauf wäre es ihm fast gelungen, Levai über sich zu ziehen. Doch der Alemanne drehte sich in der Luft, befreite sich aus der Klammer und schmiss sich auf seinen Gegner. Der drehte und wand sich, kam aber nicht mehr frei. Mit Urgewalt brach Levai den letzten Widerstand und drückte Maksimovic‘ Schultern auf die Matte. Am Rande der Kampffläche brachen die Dämme.

Cakici: „Das bleibt im Gedächtnis“

„Das ist ein großartiger Moment“, sagte Levai freudestrahlend. „Maksimovic ist ein starker Kämpfer. Ihn zu schlagen, ist ein Schritt in Richtung meiner Träume.“ Der 19-Jährige räumte aber auch unumwunden ein, dass das Duell einen anderen Ausgang hätte nehmen können, wenn sein Kontrahent nicht für einen Sekundenbruchteil die Kontrolle verloren hätte. „Natürlich war auch Glück dabei. Aber wenn du eine solche Chance hast, musst du sie auch erst mal ergreifen.“

Schon zum Abschluss des ersten Abschnitts der Begegnung hatte Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht einen Schultersieg vorgelegt, der freilich auf seiner körperlichen und technischen Überlegenheit basierte. Kudrynets hatte Benjamin Hofmann aus der Bodenlage angehoben, zum Mattenrand getragen und mit einem großen Wurf in den Staub geschickt. Danach ließ er seinen Gegner gar nicht mehr los und vollendete sein Werk kompromisslos. Zuvor hatten Burak Demir (siehe: Viel Adrenalin und der rettende Gong), Robin Ferdinand und Denis Kudla bei einer vorhersehbaren Schulterniederlage von Lucas Günther gegen den Rumänen Ioan Donu für eine 7:4-Führung gesorgt.

Cengiz Cakici sah die Begegnung schon als Werbung für die kommende Saison. „Einen so tollen letzten Heimkampf werden die Leute im Gedächtnis behalten.“ 

By |14.12.2018 17:30|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Erhobenen Hauptes von der Matte gegangen

Vier von zehn Kämpfen gewonnen: Alemannia Nackenheim schlägt sich mit der 12:19- Niederlage bei den top besetzten Red Devils Heilbronn sehr achtbar.

Theoretisch bis zum letzten Kampf hielten die Ringer des SV Alemannia Nackenheim die Begegnung bei den Red Devils Heilbronn offen. Erst als Danilo Bauer – wie vorherzusehen – gegen Oleg Motsalin technisch überhöht verlor, war die Niederlage beim Bundesliga-Tabellenführer besiegelt, fiel mit 12:19 aber knapper als befürchtet. „Meine Jungs haben sich prima verkauft“, sagte Trainer Cengiz Cakici. „Klar, wir können uns dafür nichts kaufen. Aber wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause.“

Die Gastgeber hatten mit Ausnahme des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler alles aufgefahren, was der Kader hergab. Nach den beiden Niederlagen gegen den KSV Witten waren sie gewarnt, ihren ersten Platz in der Nordweststaffel wollten sie auf keinen Fall in Gefahr bringen. Dennoch gewannen die Alemannen vier der zehn Kämpfe. Cakici wollte nicht lange nachkarten und sich über fehlendes Glück beklagen. Gleichwohl wäre für seine Mannschaft bei optimalem Verlauf sogar noch mehr drin gewesen. „Hier noch ein Pünktchen, dort noch eins – dann sieht es gleich ganz anders aus“, räumte er ein.

Zwei Schultersiege waren möglich

In zwei Duellen bot sich den Gästen die Möglichkeit zu einem Schultersieg. Robin Ferdinand hatte im Freistil-Schwergewicht Stefan Kehrer gleich zweimal in der Brücke, konnte sie aber nicht zum Einsturz bringen. Gleichzeitig steuerte Ferdinand, der über weite Strecken sehr souverän auftrat, auf einen technisch überlegenen Erfolg zu. Nach dreieinhalb Minuten führte er bereits 12:0, hatte zumindest drei Mannschaftpunkte schon im Blick, als er noch drei Zweierwertungen abgab und das Teamkonto nur um zwei Zähler aufstockte.

Auch Tamas Levai gelang es im Greco-Weltergewicht nicht, Fabian Fritz auf der Matte zu fixieren; der Heilbronner konnte sich aus der gefährlichen Lage befreien. So musste der Ungar sich mit zwei Punkten begnügen. „Tamas hat einen sehr soliden Kampf geboten“, sagte Cakici. „Diesmal haben die hohen Wertungen gefehlt, aber Fritz hat sich auch gut gewehrt.“

Kudrynets verliert nach zweiter Verwarnung

In zwei verlorenen Kämpfen wäre ebenfalls ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Im Greco-Leichtgewicht bot Ruslan Kudrynets eine beherzte Leistung gegen den Iraner Abdolmohammad Papi, der unter anderem im August den Grand Prix von Deutschland in Dortmund gewonnen hatte. Der Nackenheimer ließ sich nur einmal aus der Kampfzone schieben und kassierte zwei Passivitätsverwarnungen. Zeitweise hatte Kudrynets sogar geführt, weil Cakici ihn vor den Hüftangriffen seines Gegners gewarnt hatte, er auf einen solchen Vorstoß Papis vorbereitet war und ihn konterte. Indem er den Iraner zu Boden brachte, lag er mit 2:1 vorne, als Papi ausglich sprach immer noch die höhere Wertung für Kudrynets. Doch eine zweite Verwarnung durch Kampfrichter Petar Stefanov besiegelte die 2:3-Niederlage.

Ein knappes, hochklassiges Duell lieferte sich auch Ahmed Dudarov im Freistil- Mittelgewicht mit dem WM-Dritten Taimuraz Friev. Nach 0:2-Rückstand gelang dem Alemannen ein Beinangriff. Friev wollte von der Matte fliehen, doch Dudarov mochte sich mit einem Punkt nicht zufriedengeben, zog seinen Gegner zurück und versuchte ihn zu Boden zu drücken. Der Heilbronner allerdings konterte und erhöhte auf 4:0. Nachdem er in der zweiten Runde einen weiteren Takedown kassiert hatte, konnte Dudarov nur noch auf 2:6 verkürzen.

Burak Demir gewinnt erstmals für den SVA

Bei der hohen Anzahl an hoch dekorierten Athleten, die die Red Devils auffuhren, mussten sie auch zwei Eigengewächse in die Mannschaft einbauen, um unter der 28-Punkte-Grenze zu bleiben. Sie hatten sich für die Greco- Kämpfe im Fliegen- und Halbschwergewicht entschieden, wollten damit die Alemannen-Stars Eldaniz Azizli und Denis Kudla ins Leere laufen lassen. Bei Kudla klappte das auch. Der Olympiadritte gewann noch in der ersten Runde technisch überlegen gegen André Timofeev.

Im Fliegengewicht hatten die Nackenheimer den Braten gerochen und Azizli gar nicht erst aus Aserbeidschan einfliegen lassen. Die Aufgabe konnte Burak Demir ebenso gut erledigen. Der 16-Jährige feierte seinen ersten Sieg für die Alemannia und den auch gleich technisch überhöht. „Das hatte sich Burak mal verdient“, stellte Cakici fest.

Die Möglichkeit, den Platz eines Nicht-EU-Ausländers anderweitig zu vergeben, hatte Cakici allerdings nicht, weil Roman Asharin wegen einer Verletzung nicht zur Verfügung stand. „Wenn er dabei ist, glaube ich nicht, dass er vier Punkte abgibt“, sagte der Trainer. Sein Sohn Koray hingegen konnte gegen George Bucur die Höchstwertung nicht verhindern.

By |11.12.2018 18:15|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Gut gebastelt

Den Gegner perfekt gescoutet und bei der Aufstellung die richtigen Entscheidungen getroffen: Auf dieser Grundlage feierte Ringen- Bundesligist Alemannia Nackenheim am Samstagabend den zweiten Heimsieg hintereinander. Gegen den TV Aachen-Walheim setzten sich Cengiz Cakicis Athleten mit 22:12 durch. „Aachen ist eine unbequeme Mannschaft“, sagte der Trainer hinterher. „Aber mit unseren tollen Fans im Rücken hat das prima geklappt.“

Schon in den vorangegangenen Begegnungen hatten die Aachener das Greco- Fliegengewicht nicht adäquat besetzen können, Dennis Schmitz gab die Punkte wegen Übergewichts jeweils kampflos ab. Insofern hätte es wenig Sinn ergeben, Eldaniz Azizli aus Aserbeidschan einfliegen zu lassen. Statt seiner besetzten die Nackenheimer die Position eines Nicht-EU-Ausländers mit Roman Asharin, der im 71-Kilo-Limit des Freistils mit einem technisch überlegenen Punktsieg die erhofften vier Punkte holte.

In der untersten Gewichtsklasse hätte Burak Demir antreten können. Doch ihm traute Cakici auch im Federgewicht etwas zu. Dass das nicht klappte – Demir verlor auf Schultern – spielte im Nachhinein keine Rolle. Im Fliegengewicht hingegen musste Dean Oehrlein leiden und für seinen kampflosen Sieg fünfeinhalb Kilo abtrainieren. „Er hat es eisern gemacht“, lobte der Trainer. „Das finde ich schon klasse.“

Ferdinand rettet knappen Vorsprung

Auch zwei weitere Nachwuchsathleten stellten sich in den Dienst der Mannschaft. Burak Demir und Koray Cakici traten ohne Chance, über die Zeit zu kommen, stilartfremd an. „Das waren eingeplante Niederlagen“, sagte Cengiz Cakici. „Ich muss mich bei meinen Jungs bedanken, dass sie in die Bresche gesprungen sind, weil es nicht anders ging.“

So bastelten sich die Alemannen eine Aufstellung zusammen, in der ihre Asse stachen. Von ihnen gewann Robin Ferdinand im Freistil-Schwergewicht knapper als nötig. Er hatte gegen Zviad Metreveli einen Blitzstart hingelegt und schon nach 30 Sekunden 10:0 geführt. Doch Ferdinand musste auch Wertungen zulassen, sein Vorsprung schmolz auf 10:8, ehe ihm das 12:10 gelang. Metreveli kam nur um einen weiteren Punkt heran. „Robin hat aber verdient gewonnen, weil er einfach mehr gemacht hat“, beurteilte der Trainer den „Kampf auf Messers Schneide“.

Kudla muss schweren Brocken bewegen

Denis Kudla legte im Greco-Halbschwergewicht einen 3:0-Sieg nach. „Denis ist mit viel Gas nach vorne marschiert“, sagte Cakici zufrieden. „Drei Punkte waren das, was wir uns erhofft hatten. Für vier hat die Zeit nicht gereicht.“ Kudla musste allerdings Schwerstarbeit verrichten. International tritt er eine Klasse tiefer an, im 98-Kilo-Limit gehört er zu den leichteren Athleten – sein Kontrahent Martin Otto hingegen brachte das volle Gewicht auf die Waage.

Ein attraktives Duell lieferte sich Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht mit Robin Pelzer. Der Aachener wehrte sich nach Kräften, vermochte sich den beherzten Angriffen von Kudrynets aber nicht entziehen. Der 2:0-Sieg des Alemannen entsprach den Erwartungen.

In gewohnter Manier gewann Ahmed Dudarov im Freistil-Mittelgewicht: Gegen Maximilian Otto hatte er nach viereinhalb Minuten hatte er die nötigen Wertungen für einen technisch überlegenen Sieg gesammelt.

Schmidhubers erster Bundesligasieg

Als der Nackenheimer Erfolg bereits feststand, gelang Dario Schmidhuber im Greco-Weltergewicht sein erster Bundesligasieg. „Das war ein sehr starker Auftritt, sehr beherzt“, lobte der Trainer. „Solche Kämpfe braucht Dario. Das hat er prima gemacht.“ Mit zwei tollen Aushebern hatte Schmidhuber bereits gepunktet, als er zum dritten ansetzte, wehrte sich Rabbia Khalil mit unerlaubter Beinarbeit. Da der Aachener bereits zweimal wegen Fingerhaltens verwarnt worden war, war seine Disqualifikation die logische Folge.

Dass sich die Alemannen eine kleine theoretische Chance auf den dritten Platz, der mit Glück die Play-off-Teilnahme bedeuten würde, erhalten haben, interessierte Cakici nicht. „Nach oben müssen wir nicht schauen“, sagte der Trainer. „Und nach unten schaue ich seit voriger Woche nicht mehr.“

By |30.11.2018 14:01|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Die Summe vieler kleiner Erfolgserlebnisse

Erster Sieg nach zwei Monaten: Ringen-Bundesligist Alemannia Nackenheim bezwingt den RV Lübtheen mit 18:12.

Fast zwei Monate hatten die Ringer des SV Alemannia Nackenheim auf ihren dritten Saisonsieg in der Bundesliga warten müssen. Gegen den RV Lübtheen setzten sie dieser Serie mit einem 18:12 ein Ende und verschafften sich drei Punkte Vorsprung auf die beiden letzten Plätze in der Nordweststaffel. „Wichtig war, dass wir vor heimischem Publikum gewonnen haben“, sagte Cengiz Cakici. „Alle Leute sind mit einem Lächeln nach Hause gegangen.“

Zu 80 Prozent sei er von einem Erfolg überzeugt gewesen, als er die Aufstellung gesehen habe, gab der SVA-Trainer an. „Die Schlüsselkämpfe im Greco-Leicht- und -Weltergewicht haben wir zu unseren Gunsten entschieden. Dann gewinnst du eine solchen Begegnung.“

Aber nicht nur die Siege von Ruslan Kudrynets und Tamas Levai gaben den Ausschlag. Es waren viele kleine Bausteine, die den Nackenheimer Sieg ermöglichten. Dabei waren es – wie so häufig bei Mannschaftskämpfen – auch und gerade die unterlegenen Alemannen, die den Erfolg ermöglichten.

Burak Demir hält sich ans Defensivkonzept

Burak Demir zum Beispiel lieferte trotz seiner erst 16 Jahre dem erfahrenen Mitko Asenov ein taktisch kluges, diszipliniertes Duell im Freistil- Federgewicht. Demir war nicht angetreten, um den 30-jährigen Bulgaren zu bezwingen, sondern sollte seine Niederlage so gering wie möglich halten. Darauf hatten ihn Cakici und dessen Kotrainer Ahmet Demir eingeschworen. „Sie hatten mir gesagt: Du musst nur reagieren“, berichtete Burak anschließend. „Wenn ich angreife, musste ich sicher sein, dass ich den Punkt mache.“ Erst in den letzten 25 Sekunden, so es der Stand der Begegnung erfordere, solle er eine aggressivere Gangart einschlagen.

Demir hielt sich an das Konzept. Das sah vielleicht nicht immer schön aus, weil er sich auf die Verteidigung beschränkte, war aber clever und effektiv. Über die gesamten sechs Minuten ließ er keine Wertung seines Gegners zu. Das zog selbstverständlich Passivitätsverwarnungen nach sich, zweimal musste der Nackenheimer in die Aktivitätszeit und gab dadurch Punkte ab. Doch bis fünf Sekunden vor dem Gong hielt er diesen 0:2-Rückstand, der nur einen Mannschaftszähler gekostet hätte.

In zwei Jahren Kämpfe gewinnen

Dann machte der Alemanne einen Schritt zu viel nach hinten. Mattenleiter Marvin Manz, der ihn zuvor schon energisch zu größerer Aktivität aufgefordert hatte, blieb fast keine andere Wahl, als ihn mit einem Passivitätspunkt zu bestrafen. In der verbleibenden Zeit zeigte Demir, dass er auch anders kann. Er griff stürmisch an, um sich den Punkt zurückzuholen, doch die Attacken kamen zu spät. „Ich habe Vollgas gegeben, aber es hat nicht mehr gereicht“, stellte der 16-Jährige fest. Zufrieden und stolz war er dennoch. „Ich habe mehr Kraft als zu Beginn der Runde, habe auch neue Techniken gelernt. Aber es ist meine erste Bundesligasaison. In ein, zwei Jahren kann ich dann Kämpfe für mich entscheiden.“

Cakici lobte seinen Youngster. „Burak hat einen Bombenkampf gemacht“, sagte der Trainer. „Dabei war er platt, weil er mit der Nationalmannschaft im Trainingslager war.“ Und der Verein habe ihn ja auch nicht als Siegringer in den Kader geholt.

Ebenso beeindruckend war die Leistung von Greco-Mann Dario Schmidhuber im 80-Kilo-Limit gegen Rajbek Bisultanov. Der als Silbermedaillengewinner der gerade zu Ende gegangenen U-23-Weltmeisterschaften angereiste Europameister verfügt auch über WM-Erfahrung bei den Männern. Gegen ihn ging es für Schmidhuber, der seine erste Bundesligasaison bestreitet, nur um Schadensbegrenzung.

Schmidhuber setzt die Schleuder an

Im Stand ließ der Alemanne nichts zu. Am Boden aber konnte er zwei hohe Wertungen nicht vermeiden und ging mit einem 0:10-Rückstand in die Pause – das sah schon gefährlich nach einer technisch überhöhten Niederlage aus. Die nahm in der zweiten Runde immer mehr Gestalt an. Bisultanov erhöhte anderthalb Minuten vor Schluss auf 14:0, nur noch ein Punkt fehlte dem Dänen zum vorzeitigen Sieg. Als alles andere nichts nutzte, wollte er den Alemannen zehn Sekunden vor dem Gong aus der Kampfzone drücken. Doch darauf hatte Schmidhuber nur gewartet. „Ich wusste, dass jetzt die Schleuder kommt“, sagte Cakici. Tatsächlich legte Schmidhuber den Lübtheener auf die Matte und wendete mit dem 2:14 die Höchststrafe ab. Während die Zeit herunterlief, hüpfte Cakici am Mattenrand wie ein Gummiball auf und ab. „Das hat mich für meinen Mann gefreut“, sagte der Trainer. „Er hat was probiert.“

Ähnlich machte es Danilo Bauer. Er lag ebenfalls schon 0:12 zurück, ehe er mit einem Takedown zum 2:12 eine überhöhte Niederlage verhinderte. Allerdings hatte sich Bauer bis dahin unter Wert verkauft. Mit seinem aufrechten Kampfstil hatte er Beinangriffe geradezu provoziert. „Danilo war platt vom Gewichtmachen“, erläuterte Cakici. „Das hat man ihm angesehen, aber das gehört zum Ringen dazu.“ Bauer habe zu verhalten gerungen. Doch mit der einen Aktion hatte er alles wieder gutgemacht. „In einer extrem schwierigen Situation hat er noch einen Zweier rausgeholt“, konstatierte der Trainer.

Siegringer holen das Maximum

In der Summe sorgten diese kleinen Erfolgserlebnisse dafür, dass die Gäste zu keinem Zeitpunkt eine Aufholjagd beginnen konnten. Erst im letzten Kampf, als die Begegnung bereits entschieden war, kassierte Bekir Demir eine technisch überhöhte Niederlage, die einzige auf Nackenheimer Seite an diesem Abend.

Die Siegringer der Alemannen dagegen holten das mögliche Maximum heraus. Weltmeister Eldaniz Azizli brauchte keine zwei Minuten, um im Greco- Fliegengewicht Nikolai Mohammadi technisch überlegen zu bezwingen. Als der Lübtheener in die Bodenlage musste, war es um ihn geschehen: Siebenmal hintereinander drehte ihn der Aserbeidschaner über die Matte.

Eine Punktlandung verbuchte Robin Ferdinand im Freistil-Schwergewicht gegen Marcel Böhme: Eine Minute vor Schluss machte er den Punkt zum 11:3, der drei Mannschaftszähler einbrachte. Ganz zufrieden war Cakici allerdings nicht. „Robin hat stark angefangen“, sagte er. „Aber er hat zu wenig seine Stärken, sprich: die Armklammer, eingesetzt.“ Da die beiden einander aus dem gemeinsamen Kadertraining kennen, sei das allerdings auch schwierig. Und die drei Mannschaftszähler waren in Ordnung.

Kudla gewinnt kampflos

Wegen einer Verletzung hatten die Gäste das Halbschwergewicht kurzfristig unbesetzt lassen müssen, Denis Kudla kam dadurch kampflos zu vier Punkten. Ahmed Dudarov holte ebenfalls das Optimum heraus, musste dafür aber Schweiß vergieße, wenn es auch nach einer 9:0-Pausenführung recht fix ging. Nachdem er Ceven Matthes zu Boden gebracht hatte, drehte er ihn zweimal – und sein vorzeitiger Sieg stand fest.

Knapp ging es in den Schlüsselkämpfen zu. Kudrynets hatte Junioren- Europameister Andrej Ginc in der ersten Runde klar beherrscht und war mit 5:0 in die Pause gegangen. Im zweiten Abschnitt aber bekam sein 20-jähriger Gegner Oberwasser. Einen ersten Angriff auf die Hüfte wehrte Kudrynets noch ab, im zweiten Versuch kam Ginc durch und war fortan der Aktivere. Der Alemanne wurde wegen Passivität verwarnt, konnte nicht verhindern, dass er am Boden gedreht wurde und lag 5:6 zurück. Indem er Ginc aus der Kampfzone schob, glich er noch aus und gewann aufgrund der letzten Wertung.

In einem hochklassigen Duell bezwang Levai im Greco-Weltergewicht den Dänen Frederik Bjerrehuus mit 5:1 und stellte damit im vorletzten Kampf den Nackenheimer Sieg sicher (siehe: Souverän mit 90 Prozent). Den ersten seit fast zwei Monaten.

By |26.11.2018 17:02|Bundesliga, Ringen|0 Comments

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