Home2019-09-24T17:17:34+01:00

Kudlas krasser Kampfgeist: EM-Bronze für Nackenheimer Ringer

Ein Urschrei gellt durch die Bukarester Mehrzweckhalle. Denis Kudla peitscht ihn durch die Zähne, ballt die Faust. Gerade hat der Ringer des SV Alemannia Nackenheim den armenischen Weltmeister von 2017 niedergerungen.

Und Kudla ist damit wieder im Spiel, hat nur noch einen Kampf zu gehen bis zur Bronzemedaille bei dieser Europameisterschaft in Rumänien. Am Abend wird er sie holen. Und das obwohl tags zuvor Edelmetall noch ganz weit weg zu sein schien.

Rückblick: Bereits in der Qualifikationsrunde hatte der deutsche Greco-Ringer (87 Kilo) verloren – ganz bitter gegen seinen Dauer-Rivalen Islam Abbasov. 1:1 hieß das Ergebnis, der Aserbaidschaner gewann nur, weil ihm die letzte Wertung gehörte. „Natürlich war Denis in erster Linie frustriert“, berichtet Bundestrainer Michael Carl, aber auch: „Er ist Profi genug und wusste, dass er weiter eine Chance hatte.“ Kudla musste bangen, zwangsläufig Abbasov die Daumen drücken und hoffen, dass sein Bezwinger ins Finale einzieht. Und so kam es wie 2016 bei Kudlas Olympia-Bronze-Triumph in Rio. Abbasov erreichte den Endkampf und der Deutsche durfte nochmal ran: in der Hoffnungsrunde. Und deren Namen machte Kudla alle Ehre, entfachte aus dem Funken Hoffnung ein Riesenfeuer, besiegte den Olympiasieger Davit Chakvetadze (3:3) – diesmal, weil er selbst die letzte Wertung bekam. Kudla war zurück im Spiel, einen Urschrei brachte er allerdings noch nicht hervor. Dafür war das Duell gegen den Russen zu kraftraubend gewesen. Ausgepumpt drückte er gerade noch so den Siegerarm nach oben. „Sein Kampfgeist ist Wahnsinn“, wusste Coach Carl durchweg um die Mentalität seines Schützlings und sah, wie er innerhalb kürzester Zeit den nächsten Hochkaräter aus dem Weg räumte: Ein heißer Tanz gegen Europameister und Ex-Weltmeister Maksim Manukyam, ein Fehler des Armeniers und die Tür zum kleinen Finale stand offen. Der Deutsche ging hindurch, drückte den Armenier auf die Schultern, die Höchststrafe.

Und dann brüllt Kudla seine ganze Restenergie hoch ins Gebälk der Bukarester Mehrzweckhalle. Schon wieder ist Edelmetall für den erst 24-jährigen Schifferstädter zum Greifen nahe.

Er greift zu, bringt den Weißrussen Mikalai Stadub anderthalb Minuten vor dem Schlussgong zu Fall, siegt 3:1 nach Punkten, im dritten Kampf an nur einem Tag. „Er ist unser Mister Zuverlässig“, lobhudelt Nationaltrainer Carl. Die Manier, in der Kudla die EM-Kämpfe für sich umbog – für Carl „eine Klasse für sich“.

WM und Olympia haben Priorität

Dass, wenn der allererste Kampf nicht so unglücklich verlaufen wäre, für Kudla sogar mehr drin gewesen wäre, war hingegen für den Nationalcoach nicht weiter schlimm. Weil die EM beim Alemannia-Ringer nicht allerhöchste Priorität hat. „Das große Ziel ist, Weltmeister zu werden und bei Olympia Rio noch zu toppen“, bekräftigt Carl. Bukarest diente als Gradmesser für die WM im Spätsommer, das Eintrittsportal für Tokio 2020. Nach Bukarest lässt sich ohne Zweifel sagen: Kudla ist schon auf Temperatur.

Von |24.04.2019 17:15|Meisterschaft, Ringen|0 Kommentare

Denis Kudla und Eldaniz Azizli werden jeweils Dritter bei den Greco-EM

Bronzemedaillen bringen Denis Kudla und Eldaniz Azizli von den Ringen-Europameisterschaften in Bukarest mit. Kudla wurde Dritter im Mittelgewicht (87 Kilo), Azizli im Fliegengewicht (55 Kilo).

Die Gefühlslage der beiden Greco-Ringer des Bundesligisten SV Alemannia Nackenheim war allerdings ganz unterschiedlich: Kudla feierte seinen Erfolg, Azizli quittierte den Sieg im Kampf um Platz drei Finale ohne erkennbare Freude – Bronze war für ihn nur der Trostpreis, der Aserbeidschaner galt als heißer Titelkandidat.

Auch Kudla hätte sich nach seiner unglücklichen Auftaktniederlage gegen Islam Abbasov grämen können. Der Alemanne war in der ersten Runde dank einer Passivitätsverwarnung gegen den Aserbeidschaner mit 1:0 in Führung gegangen, blieb auch weiterhin der Aktivere. Im zweiten Durchgang startete er einen Angriff, Abbasov konterte, Arm in Arm gingen beide zu Boden. Doch Kudla landete mit einem Bein außerhalb der Kampfzone, gab somit auch einen Punkt ab und verlor beim 1:1 aufgrund der letzten Wertung.

Dicke Brocken in der Trostrunde

Da der Aserbeidschaner ins Finale vordrang, durfte der Nackenheimer in der Trostrunde weitermachen, wo noch dicke Brocken auf ihn warteten.

Beim 3:3 gegen den Russen Davit Chakvetadze hatte diesmal Kudla das bessere Ende für sich. Doch dann traf er auf den bereits entthronten Titelverteidiger Maksim Manukyan aus Armenien. Schon in Führung liegend drückte er den Weltmeister von 2017 und WM-Dritten des Vorjahres auf die Schultern und zog in den Kampf um Bronze ein. Dort setzte sich der 24-Jährige mit 3:1 gegen den Weißrussen Mikalai Stadup durch.

Bitter war die Halbfinalniederlage Azizlis gegen den späteren Europameister Vitalii Kabalov. Der Russe agierte zu Beginn äußert ruppig, kassierte eine 2-Punkte-Strafe wegen eines Schlags gegen Azizlis Kopf, nachdem der Mattenleiter ihn schon zweimal ermahnt hatte.

Strittige Entscheidungen

Doch dann gelang Kabalov eine überraschende Aktion: Er tauchte unter Azizlis Armen durch, bekam den Alemannen mit beiden Händen hinter dessen Rücken zu fassen und warf ihn in die gefährliche Lage. Azizli drehte sich zwar schnell auf den Bauch, doch mit einer 4-Punkte-Wertung übernahm Kabalov die Führung; mit einem Konter baute er seinen Vorsprung auf 6:2 aus.

Wegen zweier strittiger Schiedsrichterentscheidungen, jeweils einer pro Runde, entgingen dem Aserbeidschaner Punkte. Beide Male hatte Azizli seinen Gegner am Mattenrand unter Druck gesetzt, der entzog sich, landete aber außerhalb der Kampfzone – der Unparteiische verweigerte Wertungen, weil der Alemanne Kabalov lediglich hinausgestoßen habe.

Der Mattenleiter zögerte auch lange, eine Passivitätsverwarnung gegen den Russen auszusprechen. Als er dann doch den Arm hob, nutzte Azizli die Bodenlage, um auf 5:6 zu verkürzen. Doch auch er geriet noch einmal mit einem Fuß in den Bereich außerhalb der Kampfzone, und diesmal gab der Unparteiische Kabalov einen Punkt. Zehn Sekunden vor dem Gong stellte ein sichtlich frustrierter Azizli seine Bemühungen ein, dem Kampf noch eine Wende zu geben – es blieb beim 5:7. Den Kampf um Bronze gegen den Türken Serif Kilic gewann der Nackenheimer wie die beiden Kämpfe vor dem Halbfinale vorzeitig durch technische Überlegenheit.

Von |23.04.2019 17:34|Meisterschaft, Ringen|0 Kommentare

Tamas Levai gewinnt Bronze

Novi Sad. Seine dritte Bronzemedaille bei internationalen U-23-Titelkämpfen hat Tamas Levai bei den Europameisterschaften in Novi Sad gewonnen. Nach dritten Plätzen im Vorjahr bei der EM in Rom und der WM in Budapest schaffte der Greco-Ringer des Bundesligisten SV Alemannia Nackenheim auch in Serbien den Sprung aufs Treppchen.

Das Finale des 77-Kilo-Limits hatte der 19-jährige Ungar durch eine 1:5-Halbfinalniederlage gegen den Türken Serkan Akkoyun verpasst. Im Kampf um Bronze schaltete er gegen Paulius Galkinas von Beginn an den Vorwärtsgang ein. Mehr als einen Punkt für eine Passivitätsverwarnung gegen den Litauer konnte er allerdings nicht mit in die Pause nehmen, da sich sein Kontrahent am Boden erfolgreich wehrte.

Zu Beginn der zweiten Runde erhöhte Levai mit einem Takedown auf 3:0 und konterte einen Angriff Galkinas‘ zum 5:0. Mit dem Gong ließ sich der bereits jubelnde Ungar noch zum 5:1-Endstand aus der Kampfzone schieben.

Sein großes Potenzial hatte Levai schon in den vorangegangenen Kämpfen beim 8:4 über den Italiener Luca Dariozzi und beim 9:0 im Viertelfinale gegen den Finnen Matias Lipasti nachgewiesen. Mit einem Armzug und einem Hüftschwung, für die es jeweils vier Wertungspunkte gab, stellte der Alemanne in der ersten Runde seinen technisch überlegenen Sieg über Lipasti sicher; die finnische Ecke forderte zwar den Videobeweis, doch die Schiedsrichter blieben bei ihrem Votum, wodurch sich der Endstand auf 9:0 erhöhte.

Noch eine Spur erfolgreicher war Tamas Levais Bruder Zoltan, der in der Saison 2017/18 ebenfalls für die Nackenheimer auf die Matte gegangen war: Er wurde in der 82-Kilo-Klasse Europameister.

Von |17.03.2019 15:08|Meisterschaft, Ringen|0 Kommentare

Auch Asharin gewinnt Bronze

Nach Greco-Ringer Tamas Levai hat sich in Roman Asharin auch ein Freistilspezialist aus dem Bundesligakader des SV Alemannia Nackenheim bei den U-23-Europameisterschaften in Novi Sad eine Bronzemedaille erkämpft. Johannes Deml vom Nackenheimer Ligakonkurrenten ASV Mainz 88 dagegen verpasste das Podium knapp; er verlor den Kampf um den dritten Platz im 86-Kilo-Limit des Freistils und musste sich mit dem fünften Rang fünf begnügen.

„Endlich hat Roman eine internationale Medaille geholt“, kommentierte der Nackenheimer Trainer Cengiz Cakici den Erfolg Asharins in der 65-Kilo-Klasse, „und das auch noch in einer  stark besetzten Gewichtsklasse“. Zum Auftakt musste der Alemanne, der international für Ungarn startet, aber noch einen ukrainischen Pass hat, einen dicken Brocken aus dem Weg räumen: Ihor Nykyforuk, sein Quasi-Landsmann aus der Ukraine, war ebenfalls ein Medaillenkandidat – Asharin bezwang ihn 4:2.

Im Viertelfinale gab der Nackenheimer gegen den Georgier Edemi Bolkvadze früh eine hohe Wertung ab und musste ins Risiko gehen. „Da gab es kein Taktieren mehr“, erläuterte Cakici, „Roman musste offensiv ringen.“ Das nutzte Bolkvadze gnadenlos aus und gewann technisch überlegen. Da der Georgier aber das Finale erreichte, blieb Asharin der Weg in die Trostrunde offen. Mit zwei klaren Siegen – 18:11 gegen den Rumänen Stefan Ionut Coman und 14:2 gegen den Mazedonier Fati Vejseli – sicherte er sich noch Bronze…

Von |16.03.2019 15:12|Meisterschaft, Ringen|0 Kommentare

Rheinland-Pfalz- Meisterschaften in Bad Kreuznach

Bad Kreuznach. Fünf Titel, vier zweite, drei dritte Plätze: Bei den offenen Rheinland-Pfalz-
Meisterschaften in Bad Kreuznach gewannen die Ringer des ASV Mainz 88 die Vereinswertung. Die Nackenheimer, die zwei Meister stellten und je einen zweiten und dritten Rang belegten, landeten hinter Gastgeber WKG Unteren Nahe auf dem dritten Platz. …Die Nackenheimer hatten Mühe, ein halbwegs schlagkräftiges Team auf die Matte zu schicken. Lucas Günther (Fieber) und Dean Oehrlein (Entzündung am Schienbein) waren zu Hause geblieben, und von den acht Mann plus Schmidhuber, die nach Bad Kreuznach fuhren, waren die meisten angeschlagen. Koray Cakici laborierte an einer leichten Leistenverletzung, Schmidhuber hatte Schulterprobleme, Cihan Besli litt unter einer Mittelohrentzündung, Danilo Bauer unter einer Fußverletzung und auch Mohamad Akhunkheil sowie Bekir Demir waren angeschlagen.

Dem Sextett hatte Cengiz Cakici mit auf den Weg gegeben, es mit einem Einsatz zu probieren, jedoch aufzugeben, sollten sich gesundheitliche Probleme bemerkbar machen.
Schmidhuber zog seinen ersten Kampf durch, beendete den Wettbewerb aber nach der technisch überhöhten Niederlage gegen den Mainzer Gevorkian. Die übrigen Alemannen entschieden sich schon nach dem Aufwärmen dazu, ihre Duelle kampflos abzugeben. „Ich hätte es mir auch anders gewünscht“, sagte ihr Trainer.
Die einsatzfähigen Athleten aber überzeugten. Burak Demir beispielsweise gewann unangefochten das Freistil-Fliegengewicht (57 Kilo). „Für Burak war es nur eine zusätzliche Trainingseinheit“, sagte Cakici. „Das war noch nicht einmal eine Standortbestimmung.“
Ali Can Cakici bezwingt Favoriten
In der 70-Kilo-Klasse des Freistils standen sich im Finale zwei Alemannen gegenüber. Ali Can Cakici setzte sich gegen Fazil Akhunkheil durch. „Ali Can hat ein sehr starkes Turnier gerungen“, lobte sein Onkel. „Er hat sich für seinen Trainingsfleiß belohnt.“ Seine stärkste Leistung zeigte der Alemanne beim 11:9-Sieg über den klar favorisierten Tamirlan Bicekuev vom ASV Ladenburg. „Das war ein Bombenkampf.“ Akhunkheil verdiente sich den Finaleinzug durch einen Schultersieg über den starken Wormser Ahmad Rahimi. „Das hätte ich so nicht erwartet“, sagte Cengiz Cakici. „Fazil ist technisch nicht der Talentierteste. Aber er kann mit Kampf und Siegeswillen viel bewegen.

Von |10.03.2019 15:46|Meisterschaft, Ringen|0 Kommentare

Zweiter Platz für Ruslan Kudrynets

Der SV-Alemannia Nackenheim gratuliert Ruslan Kudrynets für seine starke Leistung.

Bei dem Hungarian Grand Prix 2019 in Györ/Ungarn konnte er sich in der Gewichtsklasse 67 kg im griechisch-römischen Stil im Finale nicht gegen den Koreaner Hansu Ryu durchsetzen.

Katsuaki Endo bezwang er im Achtelfinale mit 11:2 ebenso technisch überlegen wie Shogo Takahashi mit 8:0 in der Vorschlussrunde. Nur mit Tsuchika Shimoyamada hatte er beim 4:3 im Viertelfinale etwas mehr Mühe.

Von |26.02.2019 18:57|Ringen, Turnier|0 Kommentare

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