Home2018-11-06T21:27:41+00:00

Erhobenen Hauptes von der Matte gegangen

Vier von zehn Kämpfen gewonnen: Alemannia Nackenheim schlägt sich mit der 12:19- Niederlage bei den top besetzten Red Devils Heilbronn sehr achtbar.

Theoretisch bis zum letzten Kampf hielten die Ringer des SV Alemannia Nackenheim die Begegnung bei den Red Devils Heilbronn offen. Erst als Danilo Bauer – wie vorherzusehen – gegen Oleg Motsalin technisch überhöht verlor, war die Niederlage beim Bundesliga-Tabellenführer besiegelt, fiel mit 12:19 aber knapper als befürchtet. „Meine Jungs haben sich prima verkauft“, sagte Trainer Cengiz Cakici. „Klar, wir können uns dafür nichts kaufen. Aber wir fahren erhobenen Hauptes nach Hause.“

Die Gastgeber hatten mit Ausnahme des dreimaligen Weltmeisters Frank Stäbler alles aufgefahren, was der Kader hergab. Nach den beiden Niederlagen gegen den KSV Witten waren sie gewarnt, ihren ersten Platz in der Nordweststaffel wollten sie auf keinen Fall in Gefahr bringen. Dennoch gewannen die Alemannen vier der zehn Kämpfe. Cakici wollte nicht lange nachkarten und sich über fehlendes Glück beklagen. Gleichwohl wäre für seine Mannschaft bei optimalem Verlauf sogar noch mehr drin gewesen. „Hier noch ein Pünktchen, dort noch eins – dann sieht es gleich ganz anders aus“, räumte er ein.

Zwei Schultersiege waren möglich

In zwei Duellen bot sich den Gästen die Möglichkeit zu einem Schultersieg. Robin Ferdinand hatte im Freistil-Schwergewicht Stefan Kehrer gleich zweimal in der Brücke, konnte sie aber nicht zum Einsturz bringen. Gleichzeitig steuerte Ferdinand, der über weite Strecken sehr souverän auftrat, auf einen technisch überlegenen Erfolg zu. Nach dreieinhalb Minuten führte er bereits 12:0, hatte zumindest drei Mannschaftpunkte schon im Blick, als er noch drei Zweierwertungen abgab und das Teamkonto nur um zwei Zähler aufstockte.

Auch Tamas Levai gelang es im Greco-Weltergewicht nicht, Fabian Fritz auf der Matte zu fixieren; der Heilbronner konnte sich aus der gefährlichen Lage befreien. So musste der Ungar sich mit zwei Punkten begnügen. „Tamas hat einen sehr soliden Kampf geboten“, sagte Cakici. „Diesmal haben die hohen Wertungen gefehlt, aber Fritz hat sich auch gut gewehrt.“

Kudrynets verliert nach zweiter Verwarnung

In zwei verlorenen Kämpfen wäre ebenfalls ein besseres Ergebnis möglich gewesen. Im Greco-Leichtgewicht bot Ruslan Kudrynets eine beherzte Leistung gegen den Iraner Abdolmohammad Papi, der unter anderem im August den Grand Prix von Deutschland in Dortmund gewonnen hatte. Der Nackenheimer ließ sich nur einmal aus der Kampfzone schieben und kassierte zwei Passivitätsverwarnungen. Zeitweise hatte Kudrynets sogar geführt, weil Cakici ihn vor den Hüftangriffen seines Gegners gewarnt hatte, er auf einen solchen Vorstoß Papis vorbereitet war und ihn konterte. Indem er den Iraner zu Boden brachte, lag er mit 2:1 vorne, als Papi ausglich sprach immer noch die höhere Wertung für Kudrynets. Doch eine zweite Verwarnung durch Kampfrichter Petar Stefanov besiegelte die 2:3-Niederlage.

Ein knappes, hochklassiges Duell lieferte sich auch Ahmed Dudarov im Freistil- Mittelgewicht mit dem WM-Dritten Taimuraz Friev. Nach 0:2-Rückstand gelang dem Alemannen ein Beinangriff. Friev wollte von der Matte fliehen, doch Dudarov mochte sich mit einem Punkt nicht zufriedengeben, zog seinen Gegner zurück und versuchte ihn zu Boden zu drücken. Der Heilbronner allerdings konterte und erhöhte auf 4:0. Nachdem er in der zweiten Runde einen weiteren Takedown kassiert hatte, konnte Dudarov nur noch auf 2:6 verkürzen.

Burak Demir gewinnt erstmals für den SVA

Bei der hohen Anzahl an hoch dekorierten Athleten, die die Red Devils auffuhren, mussten sie auch zwei Eigengewächse in die Mannschaft einbauen, um unter der 28-Punkte-Grenze zu bleiben. Sie hatten sich für die Greco- Kämpfe im Fliegen- und Halbschwergewicht entschieden, wollten damit die Alemannen-Stars Eldaniz Azizli und Denis Kudla ins Leere laufen lassen. Bei Kudla klappte das auch. Der Olympiadritte gewann noch in der ersten Runde technisch überlegen gegen André Timofeev.

Im Fliegengewicht hatten die Nackenheimer den Braten gerochen und Azizli gar nicht erst aus Aserbeidschan einfliegen lassen. Die Aufgabe konnte Burak Demir ebenso gut erledigen. Der 16-Jährige feierte seinen ersten Sieg für die Alemannia und den auch gleich technisch überhöht. „Das hatte sich Burak mal verdient“, stellte Cakici fest.

Die Möglichkeit, den Platz eines Nicht-EU-Ausländers anderweitig zu vergeben, hatte Cakici allerdings nicht, weil Roman Asharin wegen einer Verletzung nicht zur Verfügung stand. „Wenn er dabei ist, glaube ich nicht, dass er vier Punkte abgibt“, sagte der Trainer. Sein Sohn Koray hingegen konnte gegen George Bucur die Höchstwertung nicht verhindern.

By |11.12.2018 18:15|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Gut gebastelt

Den Gegner perfekt gescoutet und bei der Aufstellung die richtigen Entscheidungen getroffen: Auf dieser Grundlage feierte Ringen- Bundesligist Alemannia Nackenheim am Samstagabend den zweiten Heimsieg hintereinander. Gegen den TV Aachen-Walheim setzten sich Cengiz Cakicis Athleten mit 22:12 durch. „Aachen ist eine unbequeme Mannschaft“, sagte der Trainer hinterher. „Aber mit unseren tollen Fans im Rücken hat das prima geklappt.“

Schon in den vorangegangenen Begegnungen hatten die Aachener das Greco- Fliegengewicht nicht adäquat besetzen können, Dennis Schmitz gab die Punkte wegen Übergewichts jeweils kampflos ab. Insofern hätte es wenig Sinn ergeben, Eldaniz Azizli aus Aserbeidschan einfliegen zu lassen. Statt seiner besetzten die Nackenheimer die Position eines Nicht-EU-Ausländers mit Roman Asharin, der im 71-Kilo-Limit des Freistils mit einem technisch überlegenen Punktsieg die erhofften vier Punkte holte.

In der untersten Gewichtsklasse hätte Burak Demir antreten können. Doch ihm traute Cakici auch im Federgewicht etwas zu. Dass das nicht klappte – Demir verlor auf Schultern – spielte im Nachhinein keine Rolle. Im Fliegengewicht hingegen musste Dean Oehrlein leiden und für seinen kampflosen Sieg fünfeinhalb Kilo abtrainieren. „Er hat es eisern gemacht“, lobte der Trainer. „Das finde ich schon klasse.“

Ferdinand rettet knappen Vorsprung

Auch zwei weitere Nachwuchsathleten stellten sich in den Dienst der Mannschaft. Burak Demir und Koray Cakici traten ohne Chance, über die Zeit zu kommen, stilartfremd an. „Das waren eingeplante Niederlagen“, sagte Cengiz Cakici. „Ich muss mich bei meinen Jungs bedanken, dass sie in die Bresche gesprungen sind, weil es nicht anders ging.“

So bastelten sich die Alemannen eine Aufstellung zusammen, in der ihre Asse stachen. Von ihnen gewann Robin Ferdinand im Freistil-Schwergewicht knapper als nötig. Er hatte gegen Zviad Metreveli einen Blitzstart hingelegt und schon nach 30 Sekunden 10:0 geführt. Doch Ferdinand musste auch Wertungen zulassen, sein Vorsprung schmolz auf 10:8, ehe ihm das 12:10 gelang. Metreveli kam nur um einen weiteren Punkt heran. „Robin hat aber verdient gewonnen, weil er einfach mehr gemacht hat“, beurteilte der Trainer den „Kampf auf Messers Schneide“.

Kudla muss schweren Brocken bewegen

Denis Kudla legte im Greco-Halbschwergewicht einen 3:0-Sieg nach. „Denis ist mit viel Gas nach vorne marschiert“, sagte Cakici zufrieden. „Drei Punkte waren das, was wir uns erhofft hatten. Für vier hat die Zeit nicht gereicht.“ Kudla musste allerdings Schwerstarbeit verrichten. International tritt er eine Klasse tiefer an, im 98-Kilo-Limit gehört er zu den leichteren Athleten – sein Kontrahent Martin Otto hingegen brachte das volle Gewicht auf die Waage.

Ein attraktives Duell lieferte sich Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht mit Robin Pelzer. Der Aachener wehrte sich nach Kräften, vermochte sich den beherzten Angriffen von Kudrynets aber nicht entziehen. Der 2:0-Sieg des Alemannen entsprach den Erwartungen.

In gewohnter Manier gewann Ahmed Dudarov im Freistil-Mittelgewicht: Gegen Maximilian Otto hatte er nach viereinhalb Minuten hatte er die nötigen Wertungen für einen technisch überlegenen Sieg gesammelt.

Schmidhubers erster Bundesligasieg

Als der Nackenheimer Erfolg bereits feststand, gelang Dario Schmidhuber im Greco-Weltergewicht sein erster Bundesligasieg. „Das war ein sehr starker Auftritt, sehr beherzt“, lobte der Trainer. „Solche Kämpfe braucht Dario. Das hat er prima gemacht.“ Mit zwei tollen Aushebern hatte Schmidhuber bereits gepunktet, als er zum dritten ansetzte, wehrte sich Rabbia Khalil mit unerlaubter Beinarbeit. Da der Aachener bereits zweimal wegen Fingerhaltens verwarnt worden war, war seine Disqualifikation die logische Folge.

Dass sich die Alemannen eine kleine theoretische Chance auf den dritten Platz, der mit Glück die Play-off-Teilnahme bedeuten würde, erhalten haben, interessierte Cakici nicht. „Nach oben müssen wir nicht schauen“, sagte der Trainer. „Und nach unten schaue ich seit voriger Woche nicht mehr.“

By |30.11.2018 14:01|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Die Summe vieler kleiner Erfolgserlebnisse

Erster Sieg nach zwei Monaten: Ringen-Bundesligist Alemannia Nackenheim bezwingt den RV Lübtheen mit 18:12.

Fast zwei Monate hatten die Ringer des SV Alemannia Nackenheim auf ihren dritten Saisonsieg in der Bundesliga warten müssen. Gegen den RV Lübtheen setzten sie dieser Serie mit einem 18:12 ein Ende und verschafften sich drei Punkte Vorsprung auf die beiden letzten Plätze in der Nordweststaffel. „Wichtig war, dass wir vor heimischem Publikum gewonnen haben“, sagte Cengiz Cakici. „Alle Leute sind mit einem Lächeln nach Hause gegangen.“

Zu 80 Prozent sei er von einem Erfolg überzeugt gewesen, als er die Aufstellung gesehen habe, gab der SVA-Trainer an. „Die Schlüsselkämpfe im Greco-Leicht- und -Weltergewicht haben wir zu unseren Gunsten entschieden. Dann gewinnst du eine solchen Begegnung.“

Aber nicht nur die Siege von Ruslan Kudrynets und Tamas Levai gaben den Ausschlag. Es waren viele kleine Bausteine, die den Nackenheimer Sieg ermöglichten. Dabei waren es – wie so häufig bei Mannschaftskämpfen – auch und gerade die unterlegenen Alemannen, die den Erfolg ermöglichten.

Burak Demir hält sich ans Defensivkonzept

Burak Demir zum Beispiel lieferte trotz seiner erst 16 Jahre dem erfahrenen Mitko Asenov ein taktisch kluges, diszipliniertes Duell im Freistil- Federgewicht. Demir war nicht angetreten, um den 30-jährigen Bulgaren zu bezwingen, sondern sollte seine Niederlage so gering wie möglich halten. Darauf hatten ihn Cakici und dessen Kotrainer Ahmet Demir eingeschworen. „Sie hatten mir gesagt: Du musst nur reagieren“, berichtete Burak anschließend. „Wenn ich angreife, musste ich sicher sein, dass ich den Punkt mache.“ Erst in den letzten 25 Sekunden, so es der Stand der Begegnung erfordere, solle er eine aggressivere Gangart einschlagen.

Demir hielt sich an das Konzept. Das sah vielleicht nicht immer schön aus, weil er sich auf die Verteidigung beschränkte, war aber clever und effektiv. Über die gesamten sechs Minuten ließ er keine Wertung seines Gegners zu. Das zog selbstverständlich Passivitätsverwarnungen nach sich, zweimal musste der Nackenheimer in die Aktivitätszeit und gab dadurch Punkte ab. Doch bis fünf Sekunden vor dem Gong hielt er diesen 0:2-Rückstand, der nur einen Mannschaftszähler gekostet hätte.

In zwei Jahren Kämpfe gewinnen

Dann machte der Alemanne einen Schritt zu viel nach hinten. Mattenleiter Marvin Manz, der ihn zuvor schon energisch zu größerer Aktivität aufgefordert hatte, blieb fast keine andere Wahl, als ihn mit einem Passivitätspunkt zu bestrafen. In der verbleibenden Zeit zeigte Demir, dass er auch anders kann. Er griff stürmisch an, um sich den Punkt zurückzuholen, doch die Attacken kamen zu spät. „Ich habe Vollgas gegeben, aber es hat nicht mehr gereicht“, stellte der 16-Jährige fest. Zufrieden und stolz war er dennoch. „Ich habe mehr Kraft als zu Beginn der Runde, habe auch neue Techniken gelernt. Aber es ist meine erste Bundesligasaison. In ein, zwei Jahren kann ich dann Kämpfe für mich entscheiden.“

Cakici lobte seinen Youngster. „Burak hat einen Bombenkampf gemacht“, sagte der Trainer. „Dabei war er platt, weil er mit der Nationalmannschaft im Trainingslager war.“ Und der Verein habe ihn ja auch nicht als Siegringer in den Kader geholt.

Ebenso beeindruckend war die Leistung von Greco-Mann Dario Schmidhuber im 80-Kilo-Limit gegen Rajbek Bisultanov. Der als Silbermedaillengewinner der gerade zu Ende gegangenen U-23-Weltmeisterschaften angereiste Europameister verfügt auch über WM-Erfahrung bei den Männern. Gegen ihn ging es für Schmidhuber, der seine erste Bundesligasaison bestreitet, nur um Schadensbegrenzung.

Schmidhuber setzt die Schleuder an

Im Stand ließ der Alemanne nichts zu. Am Boden aber konnte er zwei hohe Wertungen nicht vermeiden und ging mit einem 0:10-Rückstand in die Pause – das sah schon gefährlich nach einer technisch überhöhten Niederlage aus. Die nahm in der zweiten Runde immer mehr Gestalt an. Bisultanov erhöhte anderthalb Minuten vor Schluss auf 14:0, nur noch ein Punkt fehlte dem Dänen zum vorzeitigen Sieg. Als alles andere nichts nutzte, wollte er den Alemannen zehn Sekunden vor dem Gong aus der Kampfzone drücken. Doch darauf hatte Schmidhuber nur gewartet. „Ich wusste, dass jetzt die Schleuder kommt“, sagte Cakici. Tatsächlich legte Schmidhuber den Lübtheener auf die Matte und wendete mit dem 2:14 die Höchststrafe ab. Während die Zeit herunterlief, hüpfte Cakici am Mattenrand wie ein Gummiball auf und ab. „Das hat mich für meinen Mann gefreut“, sagte der Trainer. „Er hat was probiert.“

Ähnlich machte es Danilo Bauer. Er lag ebenfalls schon 0:12 zurück, ehe er mit einem Takedown zum 2:12 eine überhöhte Niederlage verhinderte. Allerdings hatte sich Bauer bis dahin unter Wert verkauft. Mit seinem aufrechten Kampfstil hatte er Beinangriffe geradezu provoziert. „Danilo war platt vom Gewichtmachen“, erläuterte Cakici. „Das hat man ihm angesehen, aber das gehört zum Ringen dazu.“ Bauer habe zu verhalten gerungen. Doch mit der einen Aktion hatte er alles wieder gutgemacht. „In einer extrem schwierigen Situation hat er noch einen Zweier rausgeholt“, konstatierte der Trainer.

Siegringer holen das Maximum

In der Summe sorgten diese kleinen Erfolgserlebnisse dafür, dass die Gäste zu keinem Zeitpunkt eine Aufholjagd beginnen konnten. Erst im letzten Kampf, als die Begegnung bereits entschieden war, kassierte Bekir Demir eine technisch überhöhte Niederlage, die einzige auf Nackenheimer Seite an diesem Abend.

Die Siegringer der Alemannen dagegen holten das mögliche Maximum heraus. Weltmeister Eldaniz Azizli brauchte keine zwei Minuten, um im Greco- Fliegengewicht Nikolai Mohammadi technisch überlegen zu bezwingen. Als der Lübtheener in die Bodenlage musste, war es um ihn geschehen: Siebenmal hintereinander drehte ihn der Aserbeidschaner über die Matte.

Eine Punktlandung verbuchte Robin Ferdinand im Freistil-Schwergewicht gegen Marcel Böhme: Eine Minute vor Schluss machte er den Punkt zum 11:3, der drei Mannschaftszähler einbrachte. Ganz zufrieden war Cakici allerdings nicht. „Robin hat stark angefangen“, sagte er. „Aber er hat zu wenig seine Stärken, sprich: die Armklammer, eingesetzt.“ Da die beiden einander aus dem gemeinsamen Kadertraining kennen, sei das allerdings auch schwierig. Und die drei Mannschaftszähler waren in Ordnung.

Kudla gewinnt kampflos

Wegen einer Verletzung hatten die Gäste das Halbschwergewicht kurzfristig unbesetzt lassen müssen, Denis Kudla kam dadurch kampflos zu vier Punkten. Ahmed Dudarov holte ebenfalls das Optimum heraus, musste dafür aber Schweiß vergieße, wenn es auch nach einer 9:0-Pausenführung recht fix ging. Nachdem er Ceven Matthes zu Boden gebracht hatte, drehte er ihn zweimal – und sein vorzeitiger Sieg stand fest.

Knapp ging es in den Schlüsselkämpfen zu. Kudrynets hatte Junioren- Europameister Andrej Ginc in der ersten Runde klar beherrscht und war mit 5:0 in die Pause gegangen. Im zweiten Abschnitt aber bekam sein 20-jähriger Gegner Oberwasser. Einen ersten Angriff auf die Hüfte wehrte Kudrynets noch ab, im zweiten Versuch kam Ginc durch und war fortan der Aktivere. Der Alemanne wurde wegen Passivität verwarnt, konnte nicht verhindern, dass er am Boden gedreht wurde und lag 5:6 zurück. Indem er Ginc aus der Kampfzone schob, glich er noch aus und gewann aufgrund der letzten Wertung.

In einem hochklassigen Duell bezwang Levai im Greco-Weltergewicht den Dänen Frederik Bjerrehuus mit 5:1 und stellte damit im vorletzten Kampf den Nackenheimer Sieg sicher (siehe: Souverän mit 90 Prozent). Den ersten seit fast zwei Monaten.

By |26.11.2018 17:02|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Tamas Levai holt Bronze bei U 23-WM

19-jähriger Alemanne performt in Bukarest wie ein Großer. Nur dem späteren Champion muss sich der Ungar geschlagen geben.

Nackenheim ist um ein Edelmetall reicher. Nach Gold für den Aserbaidschaner Eldeniz Azizli bei der Ringer-WM in Budapest holte Tamas Levai am Mittwochabend bei der U 23-WM in Bukarest Bronze. Im entscheidenden Kampf um die Medaille bezwang das Talent des SV Alemannia Nackenheim den Ukrainer Artur Politaiev im 72 Kilo Greco glatt mit 9:0. „Ich habe mein Bestes gegeben“, war Levai mit seiner Leistung sehr zufrieden, „jetzt freue ich mich darauf, mit dem Team in Nackenheim zu feiern.“

Der 19-jährige Ungar sorgte in Rumänien für Furore, mischte als noch nomineller Junior das weitaus ältere Teilnehmer-Feld gehörig auf. Schon der Turnier-Auftakt lief voll nach Maß. Gegen Denis Horvath machte er im Achtelfinale kurzen Prozess: Erst brachte Levai den Slowaken zu Boden, dann drehte er ihn dreimal durch. Das reichte: 8:0 – Einzug ins Viertelfinale.

Hier wartete allerdings der spätere U 23-Weltmeister Cengiz Arslan auf den Alemannen. Aber auch gegen den Türken machte Levai ein klasse Match, ging gar 1:0 in Führung. Dann wurde der Kampf zweimal wegen Videobeweisen unterbrochen.

Unglückliche Niederlage im Viertelfinale

Der erste zugunsten von Levai: Seinem Gegner wurde eine Wertung aberkannt. Die zweite Challenge verlor allerdings er – umstritten – gab damit eine Zweierwertung ab. 1:4 lautete das Resultat – Enttäuschung beim 19-Jährigen. „Sehr, sehr unglücklich“, kommentierte Nackenheims Coach Cengiz Cakici. Immerhin durfte Levai tags darauf in der Trostrunde nochmal ran, weil sein Bezwinger ins Finale einzog.

Hier verdiente sich der Ungar mit einem 2:0 über den aserbaidschanischen Junioren-Olympiasieger von 2014, Islambek Dadov, die Chance auf Bronze. Und die ließ sich der junge Ungar dann nicht mehr nehmen, strahlte riesigen Siegeswillen aus und bezwang den Ukrainer Politaiev in Manier eines ganz Großen. „Hut ab“, sagte Cakici, „das war sehr souverän.“

By |17.11.2018 11:03|Meisterschaft, Ringen|0 Comments

Die Blicke wechseln die Richtung

Nach dem 15:19 beim RC Düren-Merken schielt Alemannia Nackenheim nicht mehr auf die Play-offs der Ringen-Bundesliga. Stattdessen geht es jetzt gegen den Abstieg.

Jetzt wird es eng für die Ringer des SV Alemannia Nackenheim. Nach der 15:19-Niederlage beim RC Düren-Merken, ihrem unteren Tabellennachbarn, und dem gleichzeitigen Heimsieg von Schlusslicht RV Lübtheen gegen den TV Aachen-Walheim haben sie nur noch einen Punkt Vorsprung auf die beiden letzten Mannschaften in der Bundesliga-Nordweststaffel. Dem Heimkampf am nächsten Samstag gegen Lübtheen kommt dann schon Endspielcharakter zu. „Die ganze Zeit haben wir nach oben geschielt“, sagte Trainer Cengiz Cakici. „Wir sind aber clever genug, jetzt auch nach unten zu schauen.“

Da Tamas Levai am Dienstag in Bukarest bei der U23-Weltmeisterschaft auf die Matte geht, brach den Nackenheimern ein weiterer Leistungsträger weg, und diesen zusätzlichen Ausfall konnten sie nicht kompensieren. „Mehr war nicht drin“, sagte Cakici. „Das muss man so klar sagen. Wenn Tamas dabei ist, gewinnen wir. Aber es ist eben so, wie es ist.“

Schmidhubers Schulterniederlage kam unerwartet

Eine Möglichkeit gab es aber schon, der Begegnung einen anderen Ausgang zu geben. Nach sechs Kämpfen führten die Gäste mit 15:4 geführt, drei klare Niederlagen mussten sie noch einkalkulieren. Dario Schmidhuber jedoch trauten sie zu, im Greco-Weltergewicht, dem vorletzten Kampf, etwas zu reißen. „Wir wussten, dass dies der Kampf ist, auf den es ankommt“, sagte der Trainer. „Mit einer Schulterniederlage hatten wir nicht gerechnet.“

Schmidhuber war gegen Domenik Chelo Außenseiter, seine Taktik war klar: Viel Aktivität zeigen, damit der Mattenleiter dem Merkener Passivitätsverwarnungen erteilt. Also begann er stürmisch. „Dario ist Chelo gleich in einen Kopfhüftzug gelaufen“, schilderte Cakici. „So ist das im Greco, wenn du ein P erzwingen willst.“ Nach nur 1:21 Minuten war die letzte Hoffnung der Alemannen geplatzt.

Kudrynets nicht entschlossen genug

Es gab noch das ein oder andere Duell, in dem die Gäste besser hätten abschneiden können. Weltmeister Eldaniz Azizli fehlte im Greco- Fliegengewicht nur ein Wertungspunkt zum technisch überlegenen Punktsieg. 14:0 lag der Aserbeidschaner schon nach viereinhalb Minuten vorne, doch in den verbleibenden 90 Sekunden gelang ihm kein entscheidender Angriff mehr. Höher als 2:0 hätte Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht mit etwas mehr Entschlossenheit gewinnen können. „In einer Situation hätte Ruslan seinen Gegner heben können oder sollen“, sagte Cakici, doch Kudrynets ließ die Möglichkeit verstreichen.

Koray Cakicis Niederlage fiel mit 0:3 deutlicher aus als nötig. „Er hat seine Sache gut gemacht“, sagte sein Vater. „Aber einmal war er mit einer Entscheidung nicht einverstanden.“ Timo Moosmann hatte ihn zu Boden gebracht, der Mattenleiter eigentlich schon abgepfiffen und Cakici jr. schon Spannung abgebaut, als der Merkener ihn noch drehte. Der Unparteiische gab Moosmann dennoch eine Zweierwertung, Cakici lag 0:8 zurück. Um sich wenigstens einen Mannschaftszähler zurückzuholen, startete er noch zwei Angriffe, kassierte aber auch noch zwei Gegenpunkte, was aber nichts an seiner 0:3-Niederlage änderte. „Koray war nicht schlecht, war auch nicht clever genug“, urteilte der Coach.

Neben Azizli und Kudrynets gewannen auch Robin Ferdinand, Denis Kudla und Ahmed Dudarov ihre Kämpfe. Ferdinand setzte sich in gewohnter Manier durch und gewann ebenso technisch überlegen wie Dudarov. Kudla hatte im Greco- Schwergewicht in Adam Varga einen starken Gegner, brachte mit seinem 4:0- Sieg aber zwei Mannschaftspunkte auf die Habenseite.

„Wir haben noch ein paar Kämpfe“, hakte Cakici die Niederlage ab und versprach: „Am Samstag geht es anders aus.“

By |12.11.2018 17:47|Bundesliga, Ringen|0 Comments

88er gewinnen auch das vierte Derby

Fast alle Klassen optimal besetzt: Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde entscheidet der ASV Mainz die Begegnung bei Alemannia Nackenheim souverän mit 19:10 für sich.

Als Tamas Levai nach etwas mehr als zwei Minuten die Faust emporreckte, schien es doch noch einmal spannend zu werden. Levai hatte Dzhan Bekir, der stilartfremd im 80 Kilo-Limit des Greco antrat, technisch überlegen bezwungen und damit den SV Alemannia Nackenheim vor den beiden abschließenden Kämpfen des Derbys gegen den ASV Mainz 88 auf 10:13 herangebracht.

Doch bereits das nächste Duell sorgte für die Entscheidung. Der 88er Ruhullah Gürler gewann 2:0 gegen Dario Schmidhuber, und die Gäste lagen damit im Sportzentrum Laubenheimer Ried uneinholbar in Führung. Die bauten sie noch auf 19:10 aus, weil Tim Müller zum Abschluss erwartungsgemäß den Nackenheimer Danilo Bauer wie in der Hinrunde technisch überhöht schlug. Die 88er hatten auch das vierte Aufeinandertreffen mit dem Lokalrivalen für sich entschieden.

„Wir haben klar und souverän gewonnen“, bilanzierte Cheftrainer Davyd Bichinashvili. „Großes Lob an die Mannschaft.“ Da zur gleichen Zeit die Red Devils Heilbronn dem KSV Witten mit 13:15 unterlagen, eroberten sie auch die Tabellenführung in der Nordweststaffel zurück.

Cakici muss auf Kulynycz verzichten

Schon als die Kontrahenten beim öffentlichen Wiegen ihre Aufstellung preisgaben, deutete sich an, dass die Mainzer bessere Karten hatten. Mit Ausnahme des 80-Kilo-Limits hatten sie alle Klassen optimal besetzt, dafür waren sie erstmals nahe an die Punkteobergrenze von 28 gegangen. Bekir als Eigengewächs brachte minus zwei Zähler ein und drückte damit die Summe auf 26. „Das war eine taktisch kluge Aufstellung“, lobte selbst Cengiz Cakici. „Aber es war klar, dass sie stark stellen würden. Es ging um ein Derby, einen Prestigekampf.“

Der Nackenheimer Trainer hingegen konnte nicht all seine Asse bringen. Arkadiusz Kulynycz will bei der Olympiaqualifikation im nächsten Jahr im Mittelgewicht bis 86 Kilo antreten. Bis dahin möchte er zumindest nicht mehr regelmäßig für das 80-Kilo-Limit Gewicht machen – damit fiel er aus.

Dass Roman Asharin den Status eines Nicht-EU-Ausländers hat, hatten die Alemannen bisher als kleines Betriebsgeheimnis gehütet. Asharin startet international zwar für Ungarn, ist aber gebürtiger Ukrainer. Da in der Bundesliga aber pro Begegnung nur ein N-Ausländer auf die Matte darf und Cakici sich für Asharin entschieden hatte, waren Weltmeister Eldaniz Azizli und Khasan Badrudinov außen vor. „Wir mussten taktisch stellen und versuchen, die Lücken der Mainzer zu finden“, erläuterte Schwergewichtler Robin Ferdinand. „Wir mussten ins Risiko gehen.“

Kudrynets kommt unter die Räder

Cakici verteidigte seine Entscheidung, auf Azizli zu verzichten und stattdessen Burak Demir stilartfremd im Greco-Fliegengewicht einzusetzen. „Den Versuch war es wert“, sagte der Trainer. „Es fing mit der 3:0-Führung ja auch gut an.“ Demir profitierte von einer Passivitätsverwarnung für Cihat Liman und erhöhte mit einer Kopfklammer. Doch dann machte sich die Unerfahrenheit des 16-Jährigen bemerkbar. Er lief seinem vier Jahre älteren Kontrahenten in einen Kopfhüftzug, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Liman beendete die Auseinandersetzung nach rund zwei Minuten mit einem Schultersieg.

Da die Nackenheimer noch vor der Pause die von Cakici als offen erwarteten Kämpfe im Schwer- und Leichtgewicht verloren, schwanden die Hoffnungen der Gastgeber auf eine Überraschung. Ferdinand gab zwei Punkte gegen Gabriel Stark ab (siehe: Körner verbrannt und einmal gepennt), Ruslan Kudrynets kam gegen den Mainzer Debütanten Dawid Ersetic ordentlich unter die Räder.

„Das hatten wir so nicht erwartet“, kommentierte der Trainer Kudrynets‘ 0:3. „Ruslan ist früh in Rückstand geraten. Dann ist es schwer, das gegen einen so erfahrenen Mann noch aufzuholen.“ Bereits zur Pause lag Ersetic 9:0 vorne. Etwas erstaunt über den klaren Ausgang war auch Bichinashvili, schließlich ringt Ersetic international im 60-Kilo-Limit. „Dawid

hat überraschend hoch gewonnen“, sagte der Mainzer Trainer. „Er hat seinen Gegner zerstört und für die Mannschaft gerungen.“ Der Pole mit deutschem Pass empfahl sich damit auch für weitere Einsätze. „Dawid hat klar überzeugt“, sagte Bichinashvili. „Wir können weiter mit ihm planen.“

Duell der Extraklasse

Da der aus dem eigenen Nachwuchs stammende Lucas Günther gegen Ahmet Peker vorhersehbar vier Mannschaftspunkte abgab, lagen die Alemannen nach der Hälfte der Kämpfe bereits mit 1:13 zurück. Lediglich Denis Kudla hatte für sie in der Neuauflage des Duells mit seinem Kumpel Etka Sever – diesmal im Halbschwergewicht – gepunktet. Die beiden Freunde schenkten einander nichts und boten einen Greco-Kampf der Extraklasse. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Bichinashvili. „Beide sind Weltklasseringer.“ Sever hatte seit Langem wieder einmal Gewicht gemacht, um im 98-Kilo-Limit antreten zu können. Darauf hatten die Alemannen ihre Hoffnung gesetzt. „Ich hatte eher mit einem klaren Sieg von Denis gerechnet“, räumte Cakici ein. „Etka war nicht der Aktivere, aber er hat es gut gemacht.“

Kudla war mit einer 1:0-Führung in die Pause gegangen, erhielt in der zweiten Runde aber eine 2-Punkte-Strafe wegen eines unerlaubten Fingereinsatzes. Sein Trainer monierte, der Mattenleiter habe den Athleten zuvor nicht ermahnt hatte. Sever erhöhte sogar auf 3:1, ehe Kudla mit einem Wurf den Stand auf 5:3 drehte. Um zwei Mannschaftspunkte mitzunehmen, hätte er noch eine Wertung draufsetzen müssen, stattdessen verkürzte Sever auf 4:5. „Es hätte sogar noch besser ausgehen können“, sagte Bichinashvili. „Mit dem Ergebnis können wir aber leben.“

Diesmal blieb’s friedlich

Die Nackenheimer Aufholjagd eröffnete im zweiten Abschnitt Ahmed Dudarov mit einer starken Leistung. Nur ein Wertungspunkt fehlte ihm nach sechs Minuten zu einem technisch überlegenen Sieg über Abdulkadir Özmen. Ein rassiges Duell lieferte sich Asharin mit dem 88er Niklas Dorn, der sich nach einer Knieoperation erst vor Kurzem zurückgemeldet hatte. Die erste Runde ging mit 1:0 an Dorn, da der Alemanne eine Aktivitätszeit nicht genutzt hatte. Als auch der 88er innerhalb von 30 Sekunden eine Wertung hätte erzielen müssen, nutzte Asharin das zu einen Takedown und legte zwei weitere Punkte zum 4:1-Sieg nach. „Das war von beiden ein sehr ansehnlicher Kampf“, lobte Cakici. „Sie kennen sich, sie haben bei der U23-Weltmeisterschaft gegeneinander gerungen.“ Asharin habe hinten heraus die Akzente gesetzt.

So ganz war die Rechnung der Alemannen damit aber nicht aufgegangen. Azizli – davon kann man ausgehen – hätte 4:0 gewonnen. Selbst wenn ein Nackenheimer, beispielsweise Koray Cakici, gegen Dorn vier Punkte abgegeben hätte, wären die Gastgeber mit einem 4:4 aus diesen beiden Klassen herausgegangen, jetzt waren die Mainzer mit 4:2 im Vorteil. Levai sorgte zwar noch für das 10:13. Danach jedoch waren wieder die 88er an der Reihe und brachten den vierten Derbysieg sicher nach Hause.

Anfeindungen zwischen den Mannschaften blieben diesmal aus. Dafür hatte auch Lotto Rheinland-Pfalz, der Hauptsponsor beider Kontrahenten, mit einem Banner gesorgt, hinter dem sich die Athleten vor dem ersten Kampf versammelten. „Ringen: Ein internationaler Sport, der verbindet“, hatte darauf gestanden. Daran hielten sich Athleten und Betreuer. Auch nach der Begegnung standen Ringer beider Lager friedlich ins Gespräch vertieft zusammen.

By |12.11.2018 17:38|Bundesliga, Ringen|0 Comments
  Bundesliga-Saison 2018/2019  
  Mitglieder  
  Einzelkarte 10,-  
  Dauerkarte 65,-  
  VIP-Tageskarte 25,-  
  VIP-Dauerkarte 160,-  
  Nichtmitglieder  
  Einzelkarte 12,-  
  Dauerkarte 75,-  
  VIP-Tageskarte 35,-  
  VIP-Dauerkarte 190,-  
  Ansprechpartner für die Karten ist Simone Schanno  
  Tel.: 01 52 32 04 00 80  
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