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Nächster Heimkampf

Samstag, 24. November 19:15 Uhr

versus

SV A. Nackenheim

Ringerhalle, Im Brühl, 55299 Nackenheim

TV Aachen-Walheim

By |13.09.2018 18:57|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Tamas Levai holt Bronze bei U 23-WM

19-jähriger Alemanne performt in Bukarest wie ein Großer. Nur dem späteren Champion muss sich der Ungar geschlagen geben.

Nackenheim ist um ein Edelmetall reicher. Nach Gold für den Aserbaidschaner Eldeniz Azizli bei der Ringer-WM in Budapest holte Tamas Levai am Mittwochabend bei der U 23-WM in Bukarest Bronze. Im entscheidenden Kampf um die Medaille bezwang das Talent des SV Alemannia Nackenheim den Ukrainer Artur Politaiev im 72 Kilo Greco glatt mit 9:0. „Ich habe mein Bestes gegeben“, war Levai mit seiner Leistung sehr zufrieden, „jetzt freue ich mich darauf, mit dem Team in Nackenheim zu feiern.“

Der 19-jährige Ungar sorgte in Rumänien für Furore, mischte als noch nomineller Junior das weitaus ältere Teilnehmer-Feld gehörig auf. Schon der Turnier-Auftakt lief voll nach Maß. Gegen Denis Horvath machte er im Achtelfinale kurzen Prozess: Erst brachte Levai den Slowaken zu Boden, dann drehte er ihn dreimal durch. Das reichte: 8:0 – Einzug ins Viertelfinale.

Hier wartete allerdings der spätere U 23-Weltmeister Cengiz Arslan auf den Alemannen. Aber auch gegen den Türken machte Levai ein klasse Match, ging gar 1:0 in Führung. Dann wurde der Kampf zweimal wegen Videobeweisen unterbrochen.

Unglückliche Niederlage im Viertelfinale

Der erste zugunsten von Levai: Seinem Gegner wurde eine Wertung aberkannt. Die zweite Challenge verlor allerdings er – umstritten – gab damit eine Zweierwertung ab. 1:4 lautete das Resultat – Enttäuschung beim 19-Jährigen. „Sehr, sehr unglücklich“, kommentierte Nackenheims Coach Cengiz Cakici. Immerhin durfte Levai tags darauf in der Trostrunde nochmal ran, weil sein Bezwinger ins Finale einzog.

Hier verdiente sich der Ungar mit einem 2:0 über den aserbaidschanischen Junioren-Olympiasieger von 2014, Islambek Dadov, die Chance auf Bronze. Und die ließ sich der junge Ungar dann nicht mehr nehmen, strahlte riesigen Siegeswillen aus und bezwang den Ukrainer Politaiev in Manier eines ganz Großen. „Hut ab“, sagte Cakici, „das war sehr souverän.“

By |17.11.2018 11:03|Meisterschaft, Ringen|0 Comments

Die Blicke wechseln die Richtung

Nach dem 15:19 beim RC Düren-Merken schielt Alemannia Nackenheim nicht mehr auf die Play-offs der Ringen-Bundesliga. Stattdessen geht es jetzt gegen den Abstieg.

Jetzt wird es eng für die Ringer des SV Alemannia Nackenheim. Nach der 15:19-Niederlage beim RC Düren-Merken, ihrem unteren Tabellennachbarn, und dem gleichzeitigen Heimsieg von Schlusslicht RV Lübtheen gegen den TV Aachen-Walheim haben sie nur noch einen Punkt Vorsprung auf die beiden letzten Mannschaften in der Bundesliga-Nordweststaffel. Dem Heimkampf am nächsten Samstag gegen Lübtheen kommt dann schon Endspielcharakter zu. „Die ganze Zeit haben wir nach oben geschielt“, sagte Trainer Cengiz Cakici. „Wir sind aber clever genug, jetzt auch nach unten zu schauen.“

Da Tamas Levai am Dienstag in Bukarest bei der U23-Weltmeisterschaft auf die Matte geht, brach den Nackenheimern ein weiterer Leistungsträger weg, und diesen zusätzlichen Ausfall konnten sie nicht kompensieren. „Mehr war nicht drin“, sagte Cakici. „Das muss man so klar sagen. Wenn Tamas dabei ist, gewinnen wir. Aber es ist eben so, wie es ist.“

Schmidhubers Schulterniederlage kam unerwartet

Eine Möglichkeit gab es aber schon, der Begegnung einen anderen Ausgang zu geben. Nach sechs Kämpfen führten die Gäste mit 15:4 geführt, drei klare Niederlagen mussten sie noch einkalkulieren. Dario Schmidhuber jedoch trauten sie zu, im Greco-Weltergewicht, dem vorletzten Kampf, etwas zu reißen. „Wir wussten, dass dies der Kampf ist, auf den es ankommt“, sagte der Trainer. „Mit einer Schulterniederlage hatten wir nicht gerechnet.“

Schmidhuber war gegen Domenik Chelo Außenseiter, seine Taktik war klar: Viel Aktivität zeigen, damit der Mattenleiter dem Merkener Passivitätsverwarnungen erteilt. Also begann er stürmisch. „Dario ist Chelo gleich in einen Kopfhüftzug gelaufen“, schilderte Cakici. „So ist das im Greco, wenn du ein P erzwingen willst.“ Nach nur 1:21 Minuten war die letzte Hoffnung der Alemannen geplatzt.

Kudrynets nicht entschlossen genug

Es gab noch das ein oder andere Duell, in dem die Gäste besser hätten abschneiden können. Weltmeister Eldaniz Azizli fehlte im Greco- Fliegengewicht nur ein Wertungspunkt zum technisch überlegenen Punktsieg. 14:0 lag der Aserbeidschaner schon nach viereinhalb Minuten vorne, doch in den verbleibenden 90 Sekunden gelang ihm kein entscheidender Angriff mehr. Höher als 2:0 hätte Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht mit etwas mehr Entschlossenheit gewinnen können. „In einer Situation hätte Ruslan seinen Gegner heben können oder sollen“, sagte Cakici, doch Kudrynets ließ die Möglichkeit verstreichen.

Koray Cakicis Niederlage fiel mit 0:3 deutlicher aus als nötig. „Er hat seine Sache gut gemacht“, sagte sein Vater. „Aber einmal war er mit einer Entscheidung nicht einverstanden.“ Timo Moosmann hatte ihn zu Boden gebracht, der Mattenleiter eigentlich schon abgepfiffen und Cakici jr. schon Spannung abgebaut, als der Merkener ihn noch drehte. Der Unparteiische gab Moosmann dennoch eine Zweierwertung, Cakici lag 0:8 zurück. Um sich wenigstens einen Mannschaftszähler zurückzuholen, startete er noch zwei Angriffe, kassierte aber auch noch zwei Gegenpunkte, was aber nichts an seiner 0:3-Niederlage änderte. „Koray war nicht schlecht, war auch nicht clever genug“, urteilte der Coach.

Neben Azizli und Kudrynets gewannen auch Robin Ferdinand, Denis Kudla und Ahmed Dudarov ihre Kämpfe. Ferdinand setzte sich in gewohnter Manier durch und gewann ebenso technisch überlegen wie Dudarov. Kudla hatte im Greco- Schwergewicht in Adam Varga einen starken Gegner, brachte mit seinem 4:0- Sieg aber zwei Mannschaftspunkte auf die Habenseite.

„Wir haben noch ein paar Kämpfe“, hakte Cakici die Niederlage ab und versprach: „Am Samstag geht es anders aus.“

By |12.11.2018 17:47|Bundesliga, Ringen|0 Comments

88er gewinnen auch das vierte Derby

Fast alle Klassen optimal besetzt: Zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde entscheidet der ASV Mainz die Begegnung bei Alemannia Nackenheim souverän mit 19:10 für sich.

Als Tamas Levai nach etwas mehr als zwei Minuten die Faust emporreckte, schien es doch noch einmal spannend zu werden. Levai hatte Dzhan Bekir, der stilartfremd im 80 Kilo-Limit des Greco antrat, technisch überlegen bezwungen und damit den SV Alemannia Nackenheim vor den beiden abschließenden Kämpfen des Derbys gegen den ASV Mainz 88 auf 10:13 herangebracht.

Doch bereits das nächste Duell sorgte für die Entscheidung. Der 88er Ruhullah Gürler gewann 2:0 gegen Dario Schmidhuber, und die Gäste lagen damit im Sportzentrum Laubenheimer Ried uneinholbar in Führung. Die bauten sie noch auf 19:10 aus, weil Tim Müller zum Abschluss erwartungsgemäß den Nackenheimer Danilo Bauer wie in der Hinrunde technisch überhöht schlug. Die 88er hatten auch das vierte Aufeinandertreffen mit dem Lokalrivalen für sich entschieden.

„Wir haben klar und souverän gewonnen“, bilanzierte Cheftrainer Davyd Bichinashvili. „Großes Lob an die Mannschaft.“ Da zur gleichen Zeit die Red Devils Heilbronn dem KSV Witten mit 13:15 unterlagen, eroberten sie auch die Tabellenführung in der Nordweststaffel zurück.

Cakici muss auf Kulynycz verzichten

Schon als die Kontrahenten beim öffentlichen Wiegen ihre Aufstellung preisgaben, deutete sich an, dass die Mainzer bessere Karten hatten. Mit Ausnahme des 80-Kilo-Limits hatten sie alle Klassen optimal besetzt, dafür waren sie erstmals nahe an die Punkteobergrenze von 28 gegangen. Bekir als Eigengewächs brachte minus zwei Zähler ein und drückte damit die Summe auf 26. „Das war eine taktisch kluge Aufstellung“, lobte selbst Cengiz Cakici. „Aber es war klar, dass sie stark stellen würden. Es ging um ein Derby, einen Prestigekampf.“

Der Nackenheimer Trainer hingegen konnte nicht all seine Asse bringen. Arkadiusz Kulynycz will bei der Olympiaqualifikation im nächsten Jahr im Mittelgewicht bis 86 Kilo antreten. Bis dahin möchte er zumindest nicht mehr regelmäßig für das 80-Kilo-Limit Gewicht machen – damit fiel er aus.

Dass Roman Asharin den Status eines Nicht-EU-Ausländers hat, hatten die Alemannen bisher als kleines Betriebsgeheimnis gehütet. Asharin startet international zwar für Ungarn, ist aber gebürtiger Ukrainer. Da in der Bundesliga aber pro Begegnung nur ein N-Ausländer auf die Matte darf und Cakici sich für Asharin entschieden hatte, waren Weltmeister Eldaniz Azizli und Khasan Badrudinov außen vor. „Wir mussten taktisch stellen und versuchen, die Lücken der Mainzer zu finden“, erläuterte Schwergewichtler Robin Ferdinand. „Wir mussten ins Risiko gehen.“

Kudrynets kommt unter die Räder

Cakici verteidigte seine Entscheidung, auf Azizli zu verzichten und stattdessen Burak Demir stilartfremd im Greco-Fliegengewicht einzusetzen. „Den Versuch war es wert“, sagte der Trainer. „Es fing mit der 3:0-Führung ja auch gut an.“ Demir profitierte von einer Passivitätsverwarnung für Cihat Liman und erhöhte mit einer Kopfklammer. Doch dann machte sich die Unerfahrenheit des 16-Jährigen bemerkbar. Er lief seinem vier Jahre älteren Kontrahenten in einen Kopfhüftzug, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Liman beendete die Auseinandersetzung nach rund zwei Minuten mit einem Schultersieg.

Da die Nackenheimer noch vor der Pause die von Cakici als offen erwarteten Kämpfe im Schwer- und Leichtgewicht verloren, schwanden die Hoffnungen der Gastgeber auf eine Überraschung. Ferdinand gab zwei Punkte gegen Gabriel Stark ab (siehe: Körner verbrannt und einmal gepennt), Ruslan Kudrynets kam gegen den Mainzer Debütanten Dawid Ersetic ordentlich unter die Räder.

„Das hatten wir so nicht erwartet“, kommentierte der Trainer Kudrynets‘ 0:3. „Ruslan ist früh in Rückstand geraten. Dann ist es schwer, das gegen einen so erfahrenen Mann noch aufzuholen.“ Bereits zur Pause lag Ersetic 9:0 vorne. Etwas erstaunt über den klaren Ausgang war auch Bichinashvili, schließlich ringt Ersetic international im 60-Kilo-Limit. „Dawid

hat überraschend hoch gewonnen“, sagte der Mainzer Trainer. „Er hat seinen Gegner zerstört und für die Mannschaft gerungen.“ Der Pole mit deutschem Pass empfahl sich damit auch für weitere Einsätze. „Dawid hat klar überzeugt“, sagte Bichinashvili. „Wir können weiter mit ihm planen.“

Duell der Extraklasse

Da der aus dem eigenen Nachwuchs stammende Lucas Günther gegen Ahmet Peker vorhersehbar vier Mannschaftspunkte abgab, lagen die Alemannen nach der Hälfte der Kämpfe bereits mit 1:13 zurück. Lediglich Denis Kudla hatte für sie in der Neuauflage des Duells mit seinem Kumpel Etka Sever – diesmal im Halbschwergewicht – gepunktet. Die beiden Freunde schenkten einander nichts und boten einen Greco-Kampf der Extraklasse. „Das hat Spaß gemacht“, sagte Bichinashvili. „Beide sind Weltklasseringer.“ Sever hatte seit Langem wieder einmal Gewicht gemacht, um im 98-Kilo-Limit antreten zu können. Darauf hatten die Alemannen ihre Hoffnung gesetzt. „Ich hatte eher mit einem klaren Sieg von Denis gerechnet“, räumte Cakici ein. „Etka war nicht der Aktivere, aber er hat es gut gemacht.“

Kudla war mit einer 1:0-Führung in die Pause gegangen, erhielt in der zweiten Runde aber eine 2-Punkte-Strafe wegen eines unerlaubten Fingereinsatzes. Sein Trainer monierte, der Mattenleiter habe den Athleten zuvor nicht ermahnt hatte. Sever erhöhte sogar auf 3:1, ehe Kudla mit einem Wurf den Stand auf 5:3 drehte. Um zwei Mannschaftspunkte mitzunehmen, hätte er noch eine Wertung draufsetzen müssen, stattdessen verkürzte Sever auf 4:5. „Es hätte sogar noch besser ausgehen können“, sagte Bichinashvili. „Mit dem Ergebnis können wir aber leben.“

Diesmal blieb’s friedlich

Die Nackenheimer Aufholjagd eröffnete im zweiten Abschnitt Ahmed Dudarov mit einer starken Leistung. Nur ein Wertungspunkt fehlte ihm nach sechs Minuten zu einem technisch überlegenen Sieg über Abdulkadir Özmen. Ein rassiges Duell lieferte sich Asharin mit dem 88er Niklas Dorn, der sich nach einer Knieoperation erst vor Kurzem zurückgemeldet hatte. Die erste Runde ging mit 1:0 an Dorn, da der Alemanne eine Aktivitätszeit nicht genutzt hatte. Als auch der 88er innerhalb von 30 Sekunden eine Wertung hätte erzielen müssen, nutzte Asharin das zu einen Takedown und legte zwei weitere Punkte zum 4:1-Sieg nach. „Das war von beiden ein sehr ansehnlicher Kampf“, lobte Cakici. „Sie kennen sich, sie haben bei der U23-Weltmeisterschaft gegeneinander gerungen.“ Asharin habe hinten heraus die Akzente gesetzt.

So ganz war die Rechnung der Alemannen damit aber nicht aufgegangen. Azizli – davon kann man ausgehen – hätte 4:0 gewonnen. Selbst wenn ein Nackenheimer, beispielsweise Koray Cakici, gegen Dorn vier Punkte abgegeben hätte, wären die Gastgeber mit einem 4:4 aus diesen beiden Klassen herausgegangen, jetzt waren die Mainzer mit 4:2 im Vorteil. Levai sorgte zwar noch für das 10:13. Danach jedoch waren wieder die 88er an der Reihe und brachten den vierten Derbysieg sicher nach Hause.

Anfeindungen zwischen den Mannschaften blieben diesmal aus. Dafür hatte auch Lotto Rheinland-Pfalz, der Hauptsponsor beider Kontrahenten, mit einem Banner gesorgt, hinter dem sich die Athleten vor dem ersten Kampf versammelten. „Ringen: Ein internationaler Sport, der verbindet“, hatte darauf gestanden. Daran hielten sich Athleten und Betreuer. Auch nach der Begegnung standen Ringer beider Lager friedlich ins Gespräch vertieft zusammen.

By |12.11.2018 17:38|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Azizli erstürmt den Thron

Nackenheimer Fliegengewichtler benötigt im WM-Finale weniger als eine Minute für seinen Sieg. Mannschaftskollege Denis Kudla scheitert im Achtelfinale…

Eldaniz Azizli ist Weltmeister.

In beeindruckender Manier gewann der Ringer des Bundesligisten SV Alemannia Nackenheim in Budapest den Titel im Greco-Fliegengewicht (55 Kilo). Nicht einmal eine Minute benötigte der Aserbeidschaner im Finale, um Zholaman Sharshenbekov technisch überlegen zu bezwingen.

Schon nach 25 Sekunden bekam Azizli den Kirgisen mit einer Kopfklammer zu fassen, ließ sich rückwärts fallen und warf ihn scheinbar mühelos über sich. Da Sharshenbekov sich mit unerlaubten Mitteln gegen eine Wiederholung der Aktion zur Wehr setzte, bekam er eine 2-Punkte-Strafe aufgebrummt und musste in die Bodenlage. Damit führte Azizli 6:0, dann machte er kurzen Prozess: Er hob seinen Gegner hoch, trug ihn in Richtung dessen Trainers an den Mattenrand. Der Coach rief seinem Schützling noch ein paar Ratschläge zu, ehe sich Resignation auf seinem Gesicht breitmachte – denn Azizli beförderte Sharshenbekov mit großem Schwung erneut auf die Matte und riss noch im Knien die Fäuste in die Luft. Nach gerade einmal 57 Sekunden stand sein vorzeitiger Sieg fest. Eine Demonstration des Nackenheimer Ringers…

…Denis Kudla konnte seinen Erfolg aus dem Vorjahr, als er in Paris Silber gewann, nicht wiederholen. Er blieb im 87-Kilo-Limit ebenso ohne Medaille wie der 88er Tadeusz Michalik. Beide schieden im Achtelfinale aus und bekamen auch keine Chance in der Trostrunde, da ihre Gegner das Finale verpassten.

Der Nackenheimer hatte nach einer Passivitätsverwarnung in der ersten Runde nicht verhindern können, dass ihn der Usbeke Rustam Assakalov am Boden drehte. Nach einem Takedown lag der Alemanne zur Pause 0:5 zurück, verkürzte zwar noch auf 2:5, konnte die Niederlage aber nicht abwenden…

beeindruckender Manier gewann der Ringer des Bundesligisten SV Alemannia Nackenheim in Budapest den Titel im Greco-Fliegengewicht (55 Kilo). Nicht einmal eine Minute benötigte der Aserbeidschaner im Finale, um Zholaman Sharshenbekov technisch überlegen zu bezwingen.

Schon nach 25 Sekunden bekam Azizli den Kirgisen mit einer Kopfklammer zu fassen, ließ sich rückwärts fallen und warf ihn scheinbar mühelos über sich. Da Sharshenbekov sich mit unerlaubten Mitteln gegen eine Wiederholung der Aktion zur Wehr setzte, bekam er eine 2-Punkte-Strafe aufgebrummt und musste in die Bodenlage. Damit führte Azizli 6:0, dann machte er kurzen Prozess: Er hob seinen Gegner hoch, trug ihn in Richtung dessen Trainers an den Mattenrand. Der Coach rief seinem Schützling noch ein paar Ratschläge zu, ehe sich Resignation auf seinem Gesicht breitmachte – denn Azizli beförderte Sharshenbekov mit großem Schwung erneut auf die Matte und riss noch im Knien die Fäuste in die Luft. Nach gerade einmal 57 Sekunden stand sein vorzeitiger Sieg fest. Eine Demonstration des Nackenheimer Ringers…

…Denis Kudla konnte seinen Erfolg aus dem Vorjahr, als er in Paris Silber gewann, nicht wiederholen. Er blieb im 87-Kilo-Limit ebenso ohne Medaille wie der 88er Tadeusz Michalik. Beide schieden im Achtelfinale aus und bekamen auch keine Chance in der Trostrunde, da ihre Gegner das Finale verpassten.

Der Nackenheimer hatte nach einer Passivitätsverwarnung in der ersten Runde nicht verhindern können, dass ihn der Usbeke Rustam Assakalov am Boden drehte. Nach einem Takedown lag der Alemanne zur Pause 0:5 zurück, verkürzte zwar noch auf 2:5, konnte die Niederlage aber nicht abwenden…

By |02.11.2018 18:09|Meisterschaft, Ringen|0 Comments

Dean Öhrlein widmet seinen ersten Bundesliga-Schultersieg dem Opa

Freude über ein Remis gegen Witten, Trauer um verpasste Chancen

Tamas Levai gewinnt nach einem absoluten Weltklassekampf die Begegnung gegen den rumänischen Meister Ilie Cojocari und reckt die Faust gen Himmel. Anschließend lässt er sich zu Recht vom Publikum feiern – doch ein Blick in die Trainerecke zeigt getrübte Freude. Die Begegnung gegen Witten endet mit 14:14. Der Einzug in die Endrunde der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft ist damit nahezu unerreichbar geworden.

Selbstverständlich freute sich das Trainergespann Cengiz Cakici und Ahmet Demir von Herzen über die grandiose Leistung von Levai, gleichzeitig realisierten sie, dass die Mannschaft Punkte hatte liegen lassen. Um sich noch eine reelle Chance auf die Play-offs zu wahren, musste ein Sieg her. Ein Unentschieden wird in der Endabrechnung wahrscheinlich nicht reichen. Und so kam es, dass ein spannender Kampfabend mit einem Wermutstropfen endete.

Nicht weniger grandios hingegen war die Leistung des jungen Nachwuchstalentes Dean Öhrlein. Konzentriert und ohne ein Spur Nervosität ging er auf die Matte, um schon in der ersten Minute seinen Gegner Tugkagan Öztürk an den Rand einer Schulterniederlage zu bringen. Das gelang allerdings erst im zweiten Anlauf und als Schiedsrichter Andre Schedler, der im Übrigen eine tadellose Leistung zeigte, abpfiff, ließ Öhrlein seinen Emotionen und seinen Tränen freien Lauf. Noch bevor er in die Mannschaftsecke zurückkehrte, lief er zu seiner Oma und jubelte mit ihr gemeinsam. Später sagte der Ringer: „Den Sieg habe ich meinem Opa gewidmet, er hat mich zum Ringen gebracht und immer an mich geglaubt. Leider ist er im letzten Jahr verstorben.“

Furios war auch die Aufholjagd von Burak Demir, der kurzzeitig sogar in Führung lag. Nach einem verpatzten Start und einem 10:0- Punkte-Rückstand gelang es Demir, das Duell zu wenden. Punkt um Punkt setzte er sich gegen einen schwächelnden Gegner durch. Aber auch Eisenkrein kehrte noch einmal zurück und machte die entscheidenden Punkte. Seiner Mannschaft brachte er die 2:0 Führung. Hätte Demir im Kampf nur einen Punkt weniger abgeben, hätte es nur einen Mannschaftspunkt gebracht.

Robin Ferdinand, Ahmed Dudarov und Arek Kulynycz gehören unbestritten zu den Leistungsträgern. Es mutet daher fast schon normal an, dass sie Siege einfahren. Doch diese sind keinesfalls selbstverständlich, denn Ferdinand stand mit Simeon Stankovich ein international erfahrener Ringer gegenüber, den der Nackenheimer mit 9:3 Punkten degradierte.

Dudarov kämpfte gegen einen defensiv eingestellten Wittener bis zum Umfallen, machte Punkt um Punkt. Letztlich fehlte ihm lediglich ein Punkt zum technisch überlegenen Sieg, daher gab es „nur“ drei Punkte in der Mannschaftswertung, statt der erhofften Vier.

Und Kulynycz gab erneut eine seiner Glanzleistungen zum Besten. Bis dahin war der Wittener Nico Brunner ungeschlagen, das sollte sich nachhaltig ändern: Zunächst hielt Brunner sehr gut mit und Kulynycz auf Abstand, doch der SVA-Ringer wollte unbedingt eine Entscheidung, die er nach 5:09 Minuten bekam. Brunner gelang es nicht mehr, sich aus dem eisernen Griff des polnischen Ringers zu befreien. Kulynycz fuhr einen weiteren Schultersieg ein, freute und bedankte sich bei einem euphorischen Publikum mit seinem obligatorischen Salto.

Ruslan Kudrynets lieferte einen starken Kampf gegen Ferzi Mamutov, musste aber dessen Überlegenheit anerkennen.

Auch Koray Cakici, Danilo Bauer und Bekir Demir konnten bislang noch nicht auf die Siegerstraße einbiegen. Damit scheint das Schicksal der Alemannen in diesem Jahr besiegelt, ans Aufgeben denken sie jedoch nicht. Gerade zum heutigen Lokalderby gegen den ASV Mainz 88 sind die Sportler hochmotiviert. „Vielleicht“, so hofft SVA-Vorsitzender Stephan Vielmuth, „geht da was. In der Rückrunde stehen wir stärker.“

By |27.10.2018 09:53|Bundesliga, Ringen|0 Comments

Der Oma um den Hals gefallen

Der Nackenheimer Nachwuchsringer Dean Oehrlein feiert gegen den KSV Witten seinen ersten Bundesligasieg. Und das auf Schultern. Als Mattenleiter André Schedler zum Zeichen des Schultersiegs abklopfte, sprang Dean Oehrlein auf und rannte quer über die Matte. Sein Weg führte ihn nicht in die eigene Ecke und in die Arme seines Trainers, sondern zu den Zuschauersitzen auf der entgegengesetzten Seite. Über die Leute in der ersten Reihe hinweg, die hastig Platz machen mussten, fiel der 16-Jährige seiner Großmutter um den Hals.

Oehrlein hatte soeben in der Begegnung des SV Alemannia Nackenheim mit dem KSV Witten gegen den ein Jahr älteren Tugkagan Öztürk seinen ersten Bundesligasieg errungen. Und das gleich auf Schultern.

Der Erfolg war überfällig, nachdem er schon zweimal ganz knapp vor einem ähnlichen Ergebnis gestanden hatte. In Lübtheen war es ihm gelungen, Nikolai Mohammadi in die gefährliche Lage zu bringen, wegen blutender Wunden nach einem Zusammenstoß mit den Köpfen musste der Mattenleiter den Kampf jedoch unterbrechen. Oehrlein war um seine Chance gebracht. In Kleinostheim brachte er Jason Markgraf mit einem Kopfhüftzug zu Boden, doch seine Kraft reichte nicht aus, um dessen Brücke einstürzen zu lassen.

Klassische Schleuder

Die Serie verpasster Gelegenheiten schien sich am Samstag fortzusetzen. Mit einer Kopfkippe hatte er Öztürk auf die Matte geschickt. Mindestens zweimal berührte der Wittener mit beiden Schultern den Boden, doch Schedler ließ weiterlaufen. „,Scheiße‘, hab’ ich gedacht“, sagte der junge Alemanne. „Aber es geht weiter. Ich kann es ja noch einmal schaffen.“

Wie vor dem ersten Takedown tastete er sich zunächst wieder an seinen Gegner heran. „Ich wusste aber, dass da was geht. Deswegen habe ich es noch mal versucht.“ Nach dem Kampf wusste er gar nicht, mit welcher Attacke er die entscheidende Aktion eingeleitet hatte. „Ich war zu angespannt, hatte zu viel Adrenalin im Blut“, sagte Oehrlein. „Deswegen habe ich gar nicht darauf geachtet.“ Cengiz Cakici hatte es nicht vergessen. „Das war eine klassische Schleuder“, klärte der Trainer auf.

Öztürk landete erneut auf den Schultern, doch der Mattenleiter zögerte noch immer. Der Wittener wand sich, kam einmal fast aus der Umklammerung heraus, doch aber Oehrlein ließ nicht locker, drehte sich den Gegner wieder zurecht und drückte erneut zu. Diesmal hatte Schedler ein Einsehen und beendete den Kampf. „Die Erleichterung war groß, als der Schiedsrichter abgeklopft hat“, sagte der Alemanne. „Mein erster Sieg – das fühlt sich sehr gut an. Ich habe mich unheimlich gefreut.“

Cengiz Cakici ist begeistert

Im Moment seines Triumphs dachte der junge Athlet in erster Linie anseinen großen Förderer. „Mein Opa, der leider schon gestorben ist, hat immer an mich geglaubt“, sagte Oehrlein. „Er hat mir gesagt, dass aus mir etwas werden kann, wenn ich dabei bleibe.“ Deswegen auch der Jubellauf zur Großmutter. „Meine Großeltern sind die Personen, die mir am nächsten stehen“, sagte der 16-jährige. „Sie haben alles mit mir gemacht.“

Anschließend holte er sich auch die Glückwünsche der Teamkollegen und des Trainers ab. „Es ist eine geile Mannschaft“, sagte Oehrlein. „Hier zu ringen, ist einfach schön.“

Cengiz Cakici war begeistert. „Das war sensationell“, sagte der Trainer. „Sein Gegner war zwar ein Jahr älter, aber Dean war technisch besser. Er ist immer in der Lage, einen Gegner zu schultern.“ Der Coach hatte unter der Woche noch einmal speziell mit dem Jugendlichen gearbeitet, ihn darauf getrimmt, bei seinen Angriffen auch die Hüfte einzusetzen. Die Arbeit hatte sich gelohnt, Oehrlein setzte die Vorgaben maßgenau um.

Der Schultersieg war eigentlich eine Steilvorlage für die Alemannen; die vier Punkte des Greco-Federgewichtlers verschafften ihnen eine hervorragende Ausgangsbasis. Doch da nicht alle Nackenheimer optimal abschnitten, reichte es am Ende nur zum 14:14. Ohne Oehrleins Schultersieg aber wären die Wittener als Sieger nach Hause gefahren.

By |24.10.2018 19:28|Bundesliga, Ringen|0 Comments
  Bundesliga-Saison 2018/2019  
  Mitglieder  
  Einzelkarte 10,-  
  Dauerkarte 65,-  
  VIP-Tageskarte 25,-  
  VIP-Dauerkarte 160,-  
  Nichtmitglieder  
  Einzelkarte 12,-  
  Dauerkarte 75,-  
  VIP-Tageskarte 35,-  
  VIP-Dauerkarte 190,-  
  Ansprechpartner für die Karten ist Simone Schanno  
  Tel.: 01 52 32 04 00 80  
  oder per E-Mail  

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