Die Blicke wechseln die Richtung

Nach dem 15:19 beim RC Düren-Merken schielt Alemannia Nackenheim nicht mehr auf die Play-offs der Ringen-Bundesliga. Stattdessen geht es jetzt gegen den Abstieg.

Jetzt wird es eng für die Ringer des SV Alemannia Nackenheim. Nach der 15:19-Niederlage beim RC Düren-Merken, ihrem unteren Tabellennachbarn, und dem gleichzeitigen Heimsieg von Schlusslicht RV Lübtheen gegen den TV Aachen-Walheim haben sie nur noch einen Punkt Vorsprung auf die beiden letzten Mannschaften in der Bundesliga-Nordweststaffel. Dem Heimkampf am nächsten Samstag gegen Lübtheen kommt dann schon Endspielcharakter zu. „Die ganze Zeit haben wir nach oben geschielt“, sagte Trainer Cengiz Cakici. „Wir sind aber clever genug, jetzt auch nach unten zu schauen.“

Da Tamas Levai am Dienstag in Bukarest bei der U23-Weltmeisterschaft auf die Matte geht, brach den Nackenheimern ein weiterer Leistungsträger weg, und diesen zusätzlichen Ausfall konnten sie nicht kompensieren. „Mehr war nicht drin“, sagte Cakici. „Das muss man so klar sagen. Wenn Tamas dabei ist, gewinnen wir. Aber es ist eben so, wie es ist.“

Schmidhubers Schulterniederlage kam unerwartet

Eine Möglichkeit gab es aber schon, der Begegnung einen anderen Ausgang zu geben. Nach sechs Kämpfen führten die Gäste mit 15:4 geführt, drei klare Niederlagen mussten sie noch einkalkulieren. Dario Schmidhuber jedoch trauten sie zu, im Greco-Weltergewicht, dem vorletzten Kampf, etwas zu reißen. „Wir wussten, dass dies der Kampf ist, auf den es ankommt“, sagte der Trainer. „Mit einer Schulterniederlage hatten wir nicht gerechnet.“

Schmidhuber war gegen Domenik Chelo Außenseiter, seine Taktik war klar: Viel Aktivität zeigen, damit der Mattenleiter dem Merkener Passivitätsverwarnungen erteilt. Also begann er stürmisch. „Dario ist Chelo gleich in einen Kopfhüftzug gelaufen“, schilderte Cakici. „So ist das im Greco, wenn du ein P erzwingen willst.“ Nach nur 1:21 Minuten war die letzte Hoffnung der Alemannen geplatzt.

Kudrynets nicht entschlossen genug

Es gab noch das ein oder andere Duell, in dem die Gäste besser hätten abschneiden können. Weltmeister Eldaniz Azizli fehlte im Greco- Fliegengewicht nur ein Wertungspunkt zum technisch überlegenen Punktsieg. 14:0 lag der Aserbeidschaner schon nach viereinhalb Minuten vorne, doch in den verbleibenden 90 Sekunden gelang ihm kein entscheidender Angriff mehr. Höher als 2:0 hätte Ruslan Kudrynets im Greco-Leichtgewicht mit etwas mehr Entschlossenheit gewinnen können. „In einer Situation hätte Ruslan seinen Gegner heben können oder sollen“, sagte Cakici, doch Kudrynets ließ die Möglichkeit verstreichen.

Koray Cakicis Niederlage fiel mit 0:3 deutlicher aus als nötig. „Er hat seine Sache gut gemacht“, sagte sein Vater. „Aber einmal war er mit einer Entscheidung nicht einverstanden.“ Timo Moosmann hatte ihn zu Boden gebracht, der Mattenleiter eigentlich schon abgepfiffen und Cakici jr. schon Spannung abgebaut, als der Merkener ihn noch drehte. Der Unparteiische gab Moosmann dennoch eine Zweierwertung, Cakici lag 0:8 zurück. Um sich wenigstens einen Mannschaftszähler zurückzuholen, startete er noch zwei Angriffe, kassierte aber auch noch zwei Gegenpunkte, was aber nichts an seiner 0:3-Niederlage änderte. „Koray war nicht schlecht, war auch nicht clever genug“, urteilte der Coach.

Neben Azizli und Kudrynets gewannen auch Robin Ferdinand, Denis Kudla und Ahmed Dudarov ihre Kämpfe. Ferdinand setzte sich in gewohnter Manier durch und gewann ebenso technisch überlegen wie Dudarov. Kudla hatte im Greco- Schwergewicht in Adam Varga einen starken Gegner, brachte mit seinem 4:0- Sieg aber zwei Mannschaftspunkte auf die Habenseite.

„Wir haben noch ein paar Kämpfe“, hakte Cakici die Niederlage ab und versprach: „Am Samstag geht es anders aus.“

2018-11-17T10:53:05+00:0012.11.2018 17:47|0 Kommentare